Android vs. iOS: Handy-Betriebssysteme im Vergleich

Welches System passt besser zu euch?

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von Jan Kluczniok
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Android vs. iOS

Nach dem Aus von Blackberry und Windows Phone gibt es mit Android und iOS nur noch zwei große Smartphone-Plattformen auf dem Markt. Doch welches System ist die bessere Wahl für euch? Netzwelt hat Android und iOS miteinander verglichen und klärt euch über Vor- und Nachteile der Systeme auf.

Inhaltsverzeichnis

  1. Apps
  2. Datenschutz
  3. Updates
  4. Sicherheit
  5. Preis
  6. Funktionen
  7. Bedienung
  8. Personalisierbarkeit
  9. Nutzererlebnis
  10. netzwelt meint

Welches Betriebssystem ist besser: Android oder iOS? Diese Frage polarisiert Smartphone-Nutzer weltweit. Ein objektiver Vergleich scheint angesichts der überkochenden Emotionen nicht möglich. Selbst der sonst zurückhaltende Apple-Gründer Steve Jobs fuhr bei ihr aus der Haut und drohte Googles Handy-OS mit der atomaren Vernichtung. Wir wollen nachfolgend trotzdem versuchen, die Stärken und Schwächen der beiden Plattformen herauszuarbeiten.

Apps

Ohne eine große, breit gefächerte Auswahl an Apps hat ein Handy-OS am Markt keine Chance. Davon können Firefox, BlackBerry und Windows Phone ein Liedchen singen. Gemessen an der bloßen Anzahl der verfügbaren Apps hat Android klar die Nase vorn. Bei Google Play finden sich den Marktforschern von AppFigures zufolge aktuell weltweit rund vier Millionen Apps. Im App Store von Apple stehen dagegen nur knapp die Hälfte zum Download bereit.

Neue Anwendungen und Spiele werden zumeist dennoch zunächst für iOS veröffentlicht. So konnten iPhone-Nutzer etwa zuletzt Fortnite oder Super Mario Run mehrere Monate vor Besitzern eines Android-Gerätes spielen. Auch die Live-TV-App Sky Go gab es zunächst nur für iOS. Wir sehen in diesem Punkt keines der beiden System im Vorteil.

Datenschutz

Ein Großteil unseres Lebens spielt sich mittlerweile auf dem Smartphone ab. Unser Telefonbuch und Messenger wie WhatsApp offenbaren, mit wem wir in Kontakt stehen, über das Mobilfunknetz oder GPS lässt sich unser Aufenthaltsort ermitteln und dank per Bluetooth gekoppelter Fitness-Tracker landen mittlerweile auch Gesundsheitsdaten auf den Geräten. Angesichts der Vielfalt an Daten, die auf dem Smartphone anfallen, solltet ihr euch über das Thema "Datenschutz" bei der Wahl des Betriebssystems daher unbedingt Gedanken machen.

Welches Betriebssystem hier besser oder schlechter ist, lässt sich als Außenstehender nur schwer beurteilen. Tendenziell kann man Google ein stärkeres Interesse an den Daten der Android-Nutzer unterstellen, schließlich basieren viele Dienste des Konzerns auf Daten. Apple verkauft dagegen hauptsächlich Hardware. Ein Blick in den Newsticker eures bevorzugten Technik-Magazins scheint diesen Eindruck zu bestätigen. Während sich Apple jedoch beispielsweise sogar gegenüber dem FBI weigerte, das iPhone eines der Attentäter von San Bernardino zu entsperren, macht Android in dieser Hinsicht zuletzt nur Negativschlagzeilen.

Forschern der Vanderbilt University zufolge kommuniziert ein Android-Gerät beispielsweise im Standby-Betrieb zehnmal so häufig mit dem Google-Server, wie ein iOS-Gerät mit den Apple-Servern. Zudem wurde zuletzt bekannt, dass Google Maps den Standortverlauf seiner Nutzer weiterhin speichert, auch wenn diese die Funktion widersprechen.

Anderseits wurde nun auch bekannt, dass ein Jugendlicher jahrelang unbemerkt die Apple-Server anzapfte. Dies zeigt: Unser Gefühl kann uns trügen. Wir wollen daher keine Bewertung in Sachen Datenschutz zu den beiden Systemen abgeben.

Updates

Das Thema Update ist seit Jahren ein leidiges Thema in der Android-Welt. Während 81 Prozent aller iOS-Geräte mit der aktuellen Version iOS 11 laufen, sind in der Android-Welt gerade einmal 12,1 Prozent aller Geräte mit der bis Juli aktuellsten Version 8.0 Oreo ausgestattet. Das gerade erst erschienene Android 9 spielt am Markt noch keine Rolle. Grund hierfür ist der aufwendige Update-Prozess, in dem neben den Handyherstellern auch Google und die Mobilfunkbetreiber sowie Chiphersteller involviert sind. Google hat mehrfach Versuche unternommen, die Verbreitung der neuesten Android-Version zu beschleunigen, ohne Erfolg. Mit Project Treble nimmt das Unternehmen aktuell einen neuen Anlauf.

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Selbst wenn sich eine neue Android-Version künftig am Markt schneller verbreitet, werden die Geräte, wenn überhaupt, maximal zwei Jahre lang mit der neuesten Software versorgt. Darauf haben sich Google und die größten Hersteller in der Android Update Allianz verständigt. Google selbst gewährt seinen Geräten neuerdings für drei Jahre Updates. Apple hält seine Geräte dagegen zumeist fünf Jahre lang aktuell. Allerdings sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass sich die Update-Politik bezüglich Android-Handys von Hersteller zu Hersteller stark unterscheidet, näheres dazu erfahrt ihr in unserem Android-Update-Fahrplan.

Sicherheit

Apple erlaubt die Installation von Apps nur über den App Store. Jede Anwendung, die hier zum Download bereitgestellt werden soll, wird streng vom Hersteller aus Cupertino kontrolliert. Teilweise auch zu streng. Eine Gefahr, sich Schadsoftware einzufangen, besteht daher vornehmlich nur für Nutzer, die einen Jailbreak auf ihrem iPhone durchführen.

Bei Android kann man sich dagegen auch ohne gerootetes Smartphone Schadsoftware einfangen. Immer wieder tauchen eine Vielzahl an Fake-Apps bei Google Play auf. Des Weiteren besteht die Gefahr sich einen Virus auf dem Handy via Sideload einer App aus dem Netz einzufangen. Vor allem die hohe Verbreitung macht Android für Cyberkriminelle attraktiv.

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Preis

Apples mobiles Betriebssystem iOS läuft nur auf den eigenen Geräten und diese sind nicht gerade günstig. Ein iPhone erhaltet ihr im Apple Store ab 409 Euro, für ein iPad müsst ihr mindestens 349 Euro bezahlen. Android-Handys und Tablets erhaltet ihr dagegen bereits für rund 100 Euro. Noch dazu gibt es bei Google Play kaum kostenpflichtige Apps, diese sind stärker im App Store verbreitet. Ein klarer Vorteil für Android.

Funktionen

In Sachen Funktionalität sind iOS-Nutzer im Vergleich zu ihren Android-Kollegen eingeschränkt. So untersagt Apple etwa die Dateifreigabe via Bluetooth und auch die Nutzung von NFC ist auf dem iPhone limitiert. Auch die Installationen von Apps über die Web-Version des Stores bleibt Android-Nutzern vorbehalten.

Bedienung

Die Bedienung von Android ist dagegen nicht für jeden verständlich. In den von Google veröffentlichten Versionen arbeiten Nutzer mit Apps auf zwei Ebenen. Im sogenannten App Drawer findet ihr eine Übersicht aller installierter Applikationen, Verknüpfungen zu beliebten Apps könnt ihr auf den Startbildschirm ablegen. Diese Trennung begreift nicht sofort jeder, zumal Android es früher nicht erlaubte, Apps direkt vom Startbildschirm zu deinstallieren.

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Personalisierbarkeit

Wer sein Handy gerne bis ins kleinste Detail seinen Vorlieben nach anpasst, ist mit Android besser beraten. Während Apple nur minimale Anpassungen bei iOS erlaubt, etwa die Installation einer alternativen Tastatur, könnt ihr bei Android das System komplett umkrempeln und wahlweise die gesamte Nutzeroberfläche gegen eine andere austauschen.

Nutzererlebnis

Von der Möglichkeit Android umfangreich anzupassen machen auch zahlreiche Handyhersteller Gebrauch. Egal ob Samsung, LG oder Huawei - fast jedes Unternehmen überzieht das Google-OS mit einer eigenen Nutzeroberfläche und nimmt dabei teilweise massive Änderungen vor. Huaweis EMUI wirkt etwa wie ein Klon von iOS. Zudem statten einige Unternehmen ihre Smartphones mit zusätzlichen Funktionen aus, die Google bislang nicht in das System integriert hat. Ein Beispiel hierfür ist etwa die Funktion Smart Stay von Samsung oder der Desktop-Modus der EMUI von Huawei.

Das ist nett, führt aber auch dazu, dass es unter Android kein einheitliches Nutzererlebnis gibt. Ein Samsung-Gerät bietet andere Features und wird anders bedient als ein Huawei-Smartphone. Nervig ist auch, dass einige Hersteller zusätzlich zu den von Google bereitgestellten Apps noch eine eigene Version bereitstellen. So finden sich auf Android-Geräten nicht selten zwei Mail-Clients oder zwei Kalender-Apps. Apples iOS bietet dagegen ein einheitliches Nutzererlebnis über alle Geräte hinweg.

netzwelt meint

In Sachen Apps gibt es kaum noch einen Unterschied zwischen iOS und Android, auch funktional gleichen sich die Systeme immer mehr an. In anderen Punkten zeigen sich die Vor- und Nachteile eines offenen beziehungsweise geschlossenen Systems deutlich.

iOS oder Android: Welches System ist euer Favorit?

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Während iOS stark von Apple kontrolliert wird, ist Googles Wirkungsgrad als Ordnungsmacht bei Android begrenzt. Daraus resultiert eine Vielzahl an Android-Geräten zu Preisen von denen iOS-Nutzer nur Träumen können, ebenso wie von der Personalisierbarkeit. Diese Offenheit von Android ist auf der anderen Seite aber auch Schuld an der katastrophalen Update-Situation und dem inkonsistenten Nutzererlebnis.

Quelle für Titelbild: massonforstock/depositphotos.com

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