Red Dead Redemption 2 im Kurztest: Wilder Westen wunderschön!

Neuer Titel von Rockstar Games

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von Darius Schuiszill
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Wir haben Red Dead Redemption 2 im Kurztest für euch angespielt.

Rockstar Games hat netzwelt nur ein paar Stunden in die Welt von Red Dead Redemption 2 für PS4 und Xbox One entführt, doch die Eindrücke sind gewaltig, dramatisch und vielfältig. Reitet mit uns durch die Wildnis und erfahrt in unserem Kurztest auch, dass die wilde Weste nicht immer perfekt sitzt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Interaktion und Konsequenzen
  2. Liebe zum Detail
  3. Wunderschöne Westernwelt wie im Kino
  4. Grobe Story von Red Dead Redemption 2
  5. Weitere Neuerungen
  6. Was uns bislang nicht so gut gefällt
  7. netzwelt meint

Valentine, eine friedlich wirkende kleine Stadt erstreckt sich vor unseren Augen - wir reiten hinein. Wir wollen schließlich das Wild verkaufen, das wir in der freien Natur erlegt, gehäutet und die ganze Zeit auf dem Rücken unseres Pferdes getragen haben. Aus einer Laune heraus beschimpfen wir auf unserem Weg zum Schlachter einen kauzigen Passanten, der zurückschnauzt. Natürlich lassen wir uns das nicht gefallen und pöbeln weiter - dann wird es handgreiflich.

Es geht auf den Boden in einen Faustkampf, den euch Rockstar in Red Dead Redemption 2 neu überarbeitet präsentiert. Geschicktes Blocken und Schlagen mit gutem Timing führen zum Erfolg, zum K.o. des Gegners. Mit blutigen Fäusten blicken wir gebieterisch auf den niedergeschlagenen Gegner nieder, doch der Augenblick des Triumphes währt nur kurz, denn ein anderer Passant hat die brutale Aktion mitverfolgt und läuft nun zum nächsten Ordnungshüter. Ups, das hatten wir nicht auf dem Zettel.

Red Dead Redemption 2 Vorschau
Ein einsamer Reiter bei schummrigem Licht - was...
Feuer aus der Hüfte ist ok, aber besser ist es,...
Arthur Morgan macht im Spiel mehrere...
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Also rennen wir geschwind dem Zeugen hinterher, bedrohen ihn rufend, er solle anhalten. Er will nicht - sein Pech. Wir springen ihn an, packen ihn und schlagen auch ihn nieder. Ist es nun vorbei? Nein. Ein weiterer Bewohner Valentines hat auch diese Aktion gesehen und läuft nun zum Sheriff. Langsam bereuen wir unsere Pöbelei, mit der alles angefangen hat. Wir raffen uns auf und rennen erneut hinter einem Zeugen hinterher. Wirklich! Eigentlich wollten wir hier nur Fleisch verkaufen. Nun gibt es zwei niedergeschlagene Einwohner und den Sheriff, der nun mit dem Revolver auf uns zielt - ganz toll gemacht!

Uns werden auf dem Bildschirm nun mehrere Optionen angezeigt, mit denen wir uns irgendwie retten könnten. So könnten wir uns ergeben und ins Gefängnis gehen oder den Sheriff zunächst beruhigen. Wir überlegen und warten zu lange. Der Sheriff eröffnet das Feuer. Wir ziehen die Pistole und verpassen ihm eine Kugel in den Hals. Nun ist die ganze Stadt hinter uns her.

Auf dem Radar links unten im Bild sehen wir Gegner als rote Punkte und rote Bereiche, in denen wir gesichtet und angegriffen werden. Das ist typisch Rockstar, wir kennen dies bereits aus der weltweiten Erfolgs-Spielemarke Grand Theft Auto. Uns werden allerdings nicht wie in GTA 5 Sterne als Fahndungslevel angezeigt, sondern der Schriftzug "Gesucht", der sich rot färbt. Durch geschicktes Verstecken oder durch Flucht kann sich die Lage wieder beruhigen. Allerdings müssen wir ein Kopfgeld zahlen, damit wir bei einem erneuten Besuch nicht erschossen werden. Am Bahnhof vor der Stadt lässt sich dies erledigen. 15 US-Dollar auf den Tisch gehauen und alles ist verziehen.

Interaktion und Konsequenzen

Diese Ereignisse machen deutlich, dass Rockstar Games in Red Dead Redemption 2 besonders viel Wert auf eine tiefe Spielwelt mit Interaktionsmöglichkeiten und Konsequenzen legt. Durch Gedrückt-halten der linken unteren Schultertaste des Controllers werden Interaktionsoptionen angezeigt. Ihr könnt eine Person durch erneuten Tastendruck grüßen, beleidigen und eine angespannte Situation durch beruhigende Wortwahl entschärfen. Wollt ihr Menschen überfallen, könnt ihr die Waffe ziehen, den Lauf nach oben richten und einen Warnschuss abgeben.

Bedrohte Charaktere könnten unterschiedlich reagieren und euer Ruf ändert sich je nachdem, ob ihr ehrenhaft mit der Spielwelt interagiert, oder euch skrupellos durch den Wilden Westen pöbelt und schießt. Seid ihr durch und durch böse im Spiel, werdet ihr womöglich von Ordnungshütern und Kopfgeldjägern gejagt. Rockstar Games überlässt es euch, wie ihr das Leben des Protagonisten Arthur Morgan lebt. Ihr müsst aber stets mit den Konsequenzen eurer Entscheidungen leben.

Liebe zum Detail

Auffällig bei einem Ausflug in die Welt von Red Dead Redemption 2 sind auch die vielen Details. In einem Zugwaggon entdecken eure Augen aufwendig gestaltetes Mobiliar des 19. Jahrhunderts - feinste Holzmöbel mit Schubladen, die ihr öffnen und plündern könnt. Viele Objekte - mögen sie noch so klein sein - dürft ihr einsammeln und später benutzen. Bei einem Händler in der Stadt lassen sich verschiedenste Waren in die Hand nehmen und näher ansehen, auch Süßigkeiten. Auf schlammigem Boden werden sogar eure Fußabdrücke abgebildet - selten in Videospielen.

Details kommen auch bei Kleidung und Waffen zur Geltung. Ihr könnt zahlreiche Outfits, Pferde und Waffen wechseln, die mit der Zeit auch schmutzig werden. Wer etwa einen blutigen Tierkadaver schultert, hat danach auch Blutflecken auf der Weste! Auch ein Outlaw muss mal putzen. Ist euer Gewehr aber erst sauber, könnt ihr es in die Hand nehmen und in Ruhe betrachten. Fans des Wilden Westens und dieser Waffen können sich am Anblick schöner Modelle von Gewehren und Pistolen erfreuen.

Wunderschöne Westernwelt wie im Kino

Richtet ihr euren Blick aber wieder zurück von eurem Schießeisen auf die Landschaft vor euch, geht euch womöglich das Herz auf, denn Red Dead Redemption 2 ist optisch eine Augenweide. Die Weitsicht über Felder, Seen bis hin zu Bergen am Horizont ist wunderschön. Ihr werdet von einer detailreichen Landschaft umschlossen, die ihr sicher über viele Tage und Wochen erkundet, euch darin verliert, verweilt und einfach nur mal den Ausblick oder den Wind, der durch das Gras und eure Haare weht, genießt.

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Gelegenheit die imposanten Landschaften auf euch wirken zu lassen, habt ihr unterwegs auf dem Pferd. Setzt einen Wegpunkt auf der Karte, schaltet in den Kinomodus und haltet nur die Taste zum Reiten gedrückt. Arthur Morgan reitet nun automatisch los und ihr verfolgt den Ritt durch die Prärie aus nahezu filmischen Perspektiven. Diese könnt ihr auch manuell wechseln und dabei Kaffee trinken, in einen Cheeseburger beißen oder Bohnen aus der Pfanne löffeln. Red Dead Redemption 2 ist eben etwas für Genießer. Wer nichts zu beißen hat, erlegt im Spiel optional eines von 200 Tieren, die auf der Karte herumlaufen. Ein Leben als Vegetarier scheint im Spiel aber auch möglich zu sein, im Gemischtwarenladen gibt es Mais in Konservendosen.

Schönes gibt es nicht nur für eure Augen und für euren Gaumen, sondern auch für eure Ohren: die passende Musikuntermalung. Rockstar Games verspricht einen dynamischen Soundtrack aus 192 Stücken Instrumentalmusik. Sie ertönt abhängig vom Spielgeschehen. Zwar haben wir noch nicht alle Stücke gehört, doch passt sie in unserem kurzen Hands-on zu den gezeigten Bildinhalten. Es kommt Western-Feeling auf.

Grobe Story von Red Dead Redemption 2

Und dies ist auch für die Geschichte wichtig, denn sie ist es, die euch durch das Spiel trägt. So schön das Sich-treiben-lassen in der Spielwelt auch ist, irgendwann wollt ihr ja mehr von der Story erfahren. Red Dead Redemption 2 ist ein Prequel des Vorgängers. Die Story spielt also in den Jahren vor der Geschichte des ersten Red Dead Redemption. Im Jahr 1899 jagen Gesetzeshüter die letzten Outlaws in Amerika. Als Arthur Morgan seid ihr einer der Gejagten, ein Mitglied der berüchtigten Van-der-Linde-Gang, angeführt von Dutch. Die Truppe besteht aus einer bunten Mischung von Charakteren, Kenner des ersten Spiels freuen sich auf ein Wiedersehen mit Persönlichkeiten wie John Marston und Bill Williamson.

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Als Gang errichtet ihr an verschiedenen Orten eure Lager, in denen ihr Zuflucht sucht, in die "Gang-Kasse" zahlt, euch am gemeinsamen Munitionslager bedient und mit anderen Gang-Mitgliedern interagiert, euch an ihren Geschichten erfreut und noch weiter in die Spielwelt abtaucht.

Um diese Immersion zu verstärken, gestaltet Rockstar Games den Übergang von Spielszenen zu Zwischensequenzen flüssig und in derselben Grafik. Reitet ihr mit euren Kameraden zu einem Missionsziel, könnt ihr die Reise offenbar nicht durch "Wegdrücken" überspringen. Bei längeren Ausflügen springt das Spiel automatisch in ein paar filmisch inszenierte Sequenzen. Müsst ihr hingegen selber spielen, könnt ihr bequem in den Kinomodus schalten oder reitet komplett normal euren Kameraden hinterher. Dabei könnt ihr die anderen Charaktere ansprechen und weitere Hintergrundinformationen sammeln. Es wird klar: Das Reiten und Reisen ist Teil des Spiels, Teil des Erlebnisses. Rockstar verspricht aber auch eine Schnellreiseoption über das Lager.

Weitere Neuerungen

Zu den größeren Neuerungen zählt im Spiel auch die neue Egoperspektive, in die ihr schnell umschalten könnt. Wer in ein Gefecht gerät, darf zudem wieder den Zielmodus "Dead Eye" nutzen. Hier wird die Zeit verlangsamt und ihr markiert Trefferpunkte am Gegner und schießt. Dieses System gab es bereits im Vorgänger und vereinfacht das Zielen. Es kann nun aufgelevelt werden und auf der höchsten Stufe zeigt es tödliche Trefferzonen von Gegnern an, damit ihr es in Kämpfen noch leichter habt.

Was uns bislang nicht so gut gefällt

Nur wenige Stunden haben wir das neue Action-Adventure mit Shooter-Einschlag gespielt und viele positive Eindrücke für unsere Vorschau gewonnen, ein wenig Kritik gibt es aber doch. So gut das Spiel auch aussieht, die Bildrate ("Framerate") könnte etwas besser sein. Hier ist zwar kein echter Ruckelalarm aufgefallen, aber bei manchem Kameraschwenk wirkte das Bild nicht so flüssig, wie ihr es von Spielen mit 60 Bildern pro Sekunde kennt. Der Spielspaß wird unserer Meinung nach hierdurch aber nicht wesentlich getrübt. Bei der Anspielversion (auf PS4 Pro) handelt sich zudem noch nicht um die finale Verkaufsversion. Die Entwickler arbeiten laut Rockstar bis zum letzten Moment am Spiel.

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Red Dead Redemption 2 erscheint am 26. Oktober 2018 für die Konsolen Sony PlayStation 4 und Microsoft Xbox One. Ihr könnt das Spiel bereits vorbestellen, euch digitale Boni sichern und auch Spezialeditionen mit weiteren Extras stehen zur Auswahl. Es wird zudem ein offizieller Guide mit Tipps für Red Dead Redemption 2 angeboten. Im November 2018 folgt dann auch die offene Beta des Multiplayers Red Dead Online.

netzwelt meint

Wow! Trotz einer kurzen Anspiel-Session mit einer Vorabversion hinterlässt Red Dead Redemption 2 mächtig Eindruck mit einer tiefen und wunderschönen Spielwelt, vielen Interaktionsmöglichkeiten, Details und echtem Western-Feeling. Umfangreiche Eindrücke werden künftig noch in unserem Testbericht folgen, aber wir sind uns schon jetzt sicher: Rockstar Games veröffentlicht hier eines der ganz großen Spiele-Highlights des Jahres 2018.

Red Dead Redemption 2
9
Leserwertung

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Einsortierung und Informationen zum Spiel

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Gaming, Testbericht, Shooter-Spiele, Rockstar Games, Sony PlayStation 4, Microsoft Xbox One, Action-Adventure, Red Dead Redemption 2, Sony PlayStation 4 Pro und Microsoft Xbox One X.

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