Motorola Razr im Test: Hochleistungs-Smartphone in Kevlar-Hülle

Mitdenkender Assistent

Die legendäre Razr-Serie meldet sich zurück. Das aktuelle Modell Motorola Razr hat zwar nur noch wenig mit den Vorgängern gemein, bietet im Test aber den Platzhirschen Apple iPhone 4S und Samsung Galaxy S2 ordentlich Paroli.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kevlar-Rücken
  2. Apps optimieren Akku-Laufzeit
  3. Razr denkt mit
  4. Rechenmonster
  5. Top-Kamera
  6. Kraftvoller aber mäßiger Klang
  7. Ice Cream Sandwich kommt 2012
  8. Preis
  9. Fazit

Der Name ist geblieben, sonst hat das neue Motorola Razr aber nicht mehr viel mit den legendären Klapp-Handys von Motorola gemein. Der Dual-Core-Bolide glänzt dafür mit einer überarbeiteten Motoblur-Oberfläche sowie mitdenkenden Assistenten, die dem Nutzer lästige Aufgaben abnehmen.

Beim 2011er Razr-Modell handelt es sich zwar um ein reines Touchscreen-Smartphone ohne physikalische Tastatur, dennoch hat Motorola sich beim Design an den früheren Modellen orientiert. Diese zeichneten sich vor allem durch ihr flaches Gehäuse aus. Gegenüber dem letzten Modell Motorola Razr V9 aus dem Jahr 2007 hat Motorola die Gehäuse-Tiefe um fast die Hälfte, von 13 Millimetern auf sieben Millimeter, reduziert, damit ist das Motorola Razr das aktuell dünnste Smartphone am Markt. Dank der dünnen Bauweise trägt das Razr trotz seiner Größe nicht auf.

Motorola Razr

Allerdings ist das Gehäuse nicht durchgehend so dünn, an der Oberseite beult das Razr aufgrund der verbauten Kamera aus. Es misst hier in etwa 9,3 Millimeter, ist also so "dick" wie Apples iPhone 4S.

Kevlar-Rücken

Beim Gehäuse greift Motorola zum Teil auf für Handys ungewöhnliche Materialien zurück. Die Rückseite hat der Hersteller mit lasergeschnittenen Kevlar-Fasern verstärkt, die sonst in schusssicheren Westen zum Einsatz kommen. Das soll das Smartphone robuster machen. Im Test präsentierte sich das Razr auch äußerst kratzfest.

Die verwendete wassser- und schmutzabweisende Beschichtung leistete im Test ganze Arbeit. Abdrücke von fettigen Fingern werden Sie auf der Rückseite des Razr nicht so schnell sehen. Die Schutzschicht soll selbst die Platinen schützen. Ein Tauchgang wie beim Motorola Defy ist mit dem Razr aber nicht möglich.

Apps optimieren Akku-Laufzeit

Laut Motorola soll das Razr eine maximale Gesprächszeit von bis zu zehn Stunden liefern. Dabei fällt der Akku mit einer Kapazität von 1.780 Milliamperestunden kleiner aus als beim ersten Dual-Core-Handy Motorola Atrix, dessen Akku eine Kapazität von 1.930 Milliamperestunden besitzt und knapp neun Stunden Gesprächszeit bieten soll. Im Test schaffte das Razr etwas mehr als vier Stunden Videowiedergabe am Stück, im AnTuTu-Batterietest erzielt das Modell 571 Punkte und lag damit deutlich vor den Dual-Core-Konkurrenten LG Optimus Speed und Samsung Galaxy S2. Alles in allem dürfte das Razr aber bei normaler Nutzung maximal zwei Tage ohne Stromzufuhr auskommen.

Gewechselt werden kann der Akku nicht, er ist fest verbaut. Motorola hat sich dem Thema Akku-Laufzeit dennoch intensiver gewidmet: So genannte intelligente Aktionen (Smart Actions) sollen helfen, die maximale Leistung abzurufen. So kann der Nutzer festlegen, dass das Handy alle Akkufresser wie Bluetooth, GPS und WLAN abschaltet, wenn der Akkustand unter einen gewissen Wert fällt.

Razr denkt mit

Doch die "intelligenten Aktionen" können noch mehr. Je nach Standort oder Uhrzeit kann das Razr bestimmte Apps starten, die Klingeltonlautstärke reduzieren und noch viel mehr. Der Nutzer kann neben vordefinierten Regeln dem Smartphone auch eigene Anweisungen mitteilen. Er kann dabei zehn verschiedenen Auslöser und 16 mögliche Aktionen kombinieren. Natürlich können auch vorgefertigte Regeln abgeändert werden.

Für das Ganze braucht es keinerlei Programmierkenntnisse, mit wenigen Fingertipps entwerfen auch unerfahrene Anwender Regeln, die das Smartphone übersichtlich im Ablaufdiagrammstil anzeigt. Motorola macht das Razr damit ähnlich wie Apple das iPhone 4S mit Siri zum persönlichen Assistenten. Per Sprache bedienen kann der Nutzer das Smartphone allerdings nur bedingt mit den Apps Sprachbefehl und Sprachsuche.

Rechenmonster

Dank des verbauten 1,2-Gigahertz-Dual-Core-Prozessors ist das Motorola Razr eine echte Rechenmaschine. Im AnTuTu-Benchmark schlug es mit 6.031 Punkten sogar das Samsung Galaxy S2. Auch beim Browserbenchmark Browsermark von Rightware ließ es das Samsung-Flaggschiff mit 52.251 Punkten gegen 42.342 Punkten hinter sich. Nur beim Sunspider-Test war das Motorola Razr mit 3.512,2 Millisekunden einen Tick langsamer als das Galaxy S2.

An Apples iPhone 4S reichte das Razr in den Benchmarks zwar nicht heran - einen spürbaren Unterschied wird der Nutzer im Alltag aber nicht bemerken. Tippt er auf Standard-Apps wie SMS, Kamera oder E-Mail öffnen sich die Programme praktisch ohne Verzögerung - noch nicht mal für ein Augenblinzeln ist hier Zeit. Selbst bei Spielen wie Dungeon Defenders kommt es praktisch zu keinen Wartezeiten.

Unboxing Motorola Razr

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Top-Kamera

Über fast jeden Zweifel erhaben ist auch das Super-AMOLED-Advanced-Display. Es liefert brillante und kräftige Farben - selbst rein weiße Flächen stellt das Razr gut dar, eigentlich eine große Schwäche der Super AMOLED-Displays. Je nach Blickwinkel weist es aber einen leichten Blaustich auf. Die Auflösung fällt zudem mit 960 x 540 Pixeln deutlich geringer aus als beispielsweise beim Samsung Galaxy Note. Dennoch ist die Darstellung äußerst scharf. Überzeugen konnte im Test auch die verbaute 8-Megapixel-Kamera. Sie lieferte gute und detaillierte Aufnahmen, die im Test jedoch einen Tick zu dunkel waren. Auch eine Kamera-Taste fehlt dem Modell leider.

Videoaufnahmen sind in Full-HD möglich, an der Qualität gab es im Test nichts auszusetzen. Über eine Micro-HDMI-Schnittstelle kann der Nutzer Bilder und Videos auch direkt auf Fernseher oder Monitor übertragen. Ein entsprechendes Kabel legt Motorola dem Gerät jedoch nicht bei. Ein mit dem Motorola Razr aufgenommenes Foto in Original-Auflösung finden Sie hier, ein mit der Kamera aufgenommenes Video hier.

Kraftvoller aber mäßiger Klang

Der Klang ist sowohl über den externen Lautsprecher als auch über die Kopfhörer sehr kraftvoll. Das Klangbild wirkt aber nicht so sauber wie auf dem HTC Sensation XE - vor allem bei der Wiedergabe über den externen Lautsprecher: Dieser scheppert sehr stark.

Dafür glänzt der Media Player mit großem Funktionsumfang - selbst an einen Sleep Timer hat Motorola gedacht. Die Sprachqualität ist befriedigend. Im Test trat ein leichtes Rauschen auf, zudem klangen die Gesprächspartner auf der Gegenseite recht leise.

Ice Cream Sandwich kommt 2012

Ab Werk liefert Motorola das Gerät mit Android 2.3.5 aus, im Frühjahr 2012 soll das Handy aber ein Update auf die nächste Android-Version 4.0 erhalten. Da Google zudem dabei ist, Motorola Mobility zu übernehmen, dürften Motorola-Nutzer künftig als mit als erste in den Genuss neuer Android-Updates kommen.

Überzogen hat Motorola das Google-Betriebssystem mit seiner eigenen Nutzeroberfläche Motoblur. Diese präsentiert sich optisch runderneuert. Mit MotoCast bietet der Hersteller dabei auch eine Alternative zu Cloud-Diensten. Nutzer können über die App Dokumente, Videos, Fotos und Musik von ihrem PC oder Mac auf das Handy streamen. Einzige Voraussetzung: Auf dem Rechner muss die MotoCast-Software installiert sein und er muss über eine dauerhafte Internet-Verbindung verfügen. Die Einrichtung ist mit wenigen Klicks durchgeführt.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Motorola Razr lautet 549 Euro. Der Straßenpreis liegt derzeit bei rund 485 Euro. Aktuell führen auch die Netzbetreiber Deutsche Telekom und O2 das Gerät in ihrem Portfolio.

Fazit

Das Motorola Razr muss sich vor Samsungs Galaxy S2 und Apples iPhone 4S nicht verstecken. Mit den Smart Actions kann der Nutzer das Handy zum persönlichen Assistenten machen, MotoCast stellt eine clevere Alternative zu iCloud, Skydrive und Co. dar. Mit seinem ungewöhnlichen Design und der edlen Verarbeitung ist es zudem ein echter Hingucker. Kurzum: Das Modell hat das Potential, die Erfolgsgeschichte der Razr-Serie fortzuführen. Größtes Manko sind der scheppernde externe Lautsprecher und die durchwachsene Sprachqualität.

Motorola Razr
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  • Motorola Razr: Android 4.0-Update verfügbar

    04.07.2012 Motorola hat mit der Veröffentlichung des Android 4.0-Updates für sein Highend-Handy Motorola Razr begonnen. Die neue Firmware bringt zahlreiche Verbesserungen mit sich. Nicht alle Nutzer werden aber sofort in den Genuss der Aktualisierung kommen.

    Ab sofort ist das Android 4.0-Update für das Motorola Razr auch in Deutschland verfügbar, das gab der US-amerikanische Handy-Hersteller über seine Facebook-Seite bekannt. Allerdings können nicht alle Nutzer sofort ihr Razr auf die neue Android-Version aktualisieren. Der sogenannte "Rollout-Prozess" erfolgt stufenweise: Laut Motorola erhält zunächst ein kleiner Kreis ausgewählter Nutzer die Aktualisierung, bevor diese weiteren Nutzern zugänglich gemacht wird.

    Zudem können zunächst nur Nutzer das Update installieren, die ihr Razr im freien Handel und nicht über einen Netzbetreiber gekauft haben. Denn an die Netzbetreiber-Varianten muss das Update noch speziell angepasst werden.

    Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich bringt Nutzern des Motorola Razr zahlreiche neue Funktionen, etwa die Möglichkeit, ihr Handy per Gesichtserkennung zu entsperren. Eine Übersicht aller Neuerungen von Ice Cream Sandwich gibt netzwelt an dieser Stelle. Darüber hinaus hat Motorola noch weitere Verbesserungen vorgenommen: So ist es beispielsweise nun möglich, Apps auch direkt vom Entsperrbildschirm zu starten, zudem wurde auch die WebTop-Applikation verbessert. Einen Überblick über alle Verbesserungen gibt Motorola an dieser Stelle.

    Zu einem möglichen Update des Motorola Razr auf das neue Android 4.1 Jelly Bean macht der Hersteller keine Angaben.

    Einen ausführlichen Testbericht des Motorola Razr finden Sie auf netzwelt, ebenso eine Übersicht über veröffentlichte und geplante Android Updates aller Hersteller.

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