Need for Speed Payback im Test: Zu langsam für die Konkurrenz

Gas geben, zerstören, siegen!

Action soll bei Need for Speed Payback nicht zu kurz kommen.

Heiße Verfolgungsjagden bringen euch in Need for Speed Payback den Kampf auf die Straße. Entwickler Ghost Games liefert euch mit dem neuen Need for Speed Action, Rennen und Story auf PS4, Xbox One und PC. Warum dieser Mix nur bedingt funktioniert, erfahrt ihr im Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. So spielt sich Need for Speed Payback
  2. Need for Speed + Burnout = Payback!
  3. Offene Spielwelt
  4. Tuning und Speed-Points in NfS: Payback
  5. Kein lokaler Multiplayer
  6. Fazit

Im Jahr 2015 war der holprige Vorgänger "Need for Speed" erschienen. In unserem Test zu Need for Speed (2015) können wir nicht oft genug betonen, dass es dem Spiel an vielem fehlt. Es gibt keine Fahrten bei Tag, die Dialoge der Zwischensequenzen sind durchaus mal peinlich und der Online-Zwang bringt viele Spieler zur Verzweiflung.

Need for Speed Payback
In Need for Speed Payback erwarten euch rasante...
Auch durch die Wüste dürft ihr fahren.
In Need for Speed Payback könnt ihr Autos auch...
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Mit dem neuen Need for Speed Payback soll es nun also besser werden. Ein großer Schritt ist schon damit getan, dass ihr das Spiel auch offline spielen dürft. Außerdem gibt es in Payback wieder Tagfahrten, eine Geschichte mit Zwischensequenzen bleibt euch allerdings erhalten. Dieses Mal seht ihr in den Videoclips aber nicht mehr echte Schauspieler, sondern ganz normale Videospielcharaktere - frisch vom Entwickler. Gameplay- und Zwischensequenzen gehen nun nahtlos ineinander über und bieten stets dieselbe Grafik.

Ist die Story überragend? Wohl eher nicht. Protagonist des Rennspiels ist Tyler Morgan. Er ist ein ehemaliger Straßen-Rennfahrer, der von der Verbrecherorganisation "Das Haus" reingelegt wurde. Nun sinnt er auf Rache. Das ist die Story von Need for Speed Payback.

Die Geschichte ist oberflächlich und wirkt halbherzig eingefügt. Schon die Dialoge und der mangelnde Ausdruck der Charaktere motivieren eher zum Weghören. Zwar sind Rennspiele nicht für ihre tiefgehende Geschichte bekannt, doch mit ein wenig mehr Liebe und Einfallsreichtum hätten die Entwickler hier schon vorgehen dürfen. Zumindest Spannung und Dramatik hätten Fans in der Story verdient gehabt.

So spielt sich Need for Speed Payback

Stärker als die Geschichte ist das Gameplay des neuen Rasers. Ein Spiel der Reihe Need for Speed spielt sich in der Regel leicht und einsteigerfreundlich. Die Lenkung ist eingängig und direkt, unterscheidet sich deutlich von "Lenkradsensibelchen" wie Project CARS.

Mit Karacho fahrt ihr euren Ford Mustang über die Straße in der Wüste, bei Tag wohlgemerkt! Endlich bei Tag. Kurven nehmt ihr auch bei hoher Geschwindigkeit, mit Realismus nehmen es die Entwickler nicht so genau, müssen sie ja auch nicht zwingend. Need for Speed ist keine Simulation, sondern ein einsteigerfreundlicher Raser für eine flotte Runde auf dem Asphalt.

An der Steuerung gibt es nicht wirklich viel auszusetzen. Mit einer Taste aktiviert ihr Nitro und ihr bekommt einen Geschwindigkeitsschub, bei dem sogar die Sicht verschwimmt. Heizen ohne Ende? Das könnt ihr zweifelsohne mit Need for Speed Payback.

Ihr gebt aber nicht einfach nur so zum Spaß Gas, sondern habt ja auch eine Mission. So gilt es in einer Mission etwa, einen Truck einzuholen und den dort verwahrten Sportwagen der Marke Koenigsegg sicherzustellen.

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Auf dem Weg zu eurem Ziel ist nicht nur der Verkehr euer Feind, sondern auch Gegner in schwarzen Fahrzeugen, die euch aufhalten wollen. Ihr, die Guten im strahlenden Mustang, und sie, die Bösen in schwarzen BMWs. Das könnte manch einer auch anders formulieren, etwa: die guten Amerikaner gegen die bösen Deutschen. Wir wollen hier aber auch nicht mehr als nötig hineininterpretieren. Bleiben wir auf der Straße.

Need for Speed + Burnout = Payback!

Wie sympathisch euch die BMW-Boliden auch erscheinen mögen - ihr müsst sie ausschalten. Rammt sie, drängt sie ab, lasst sie gegen Pfeiler fahren oder dank kleiner Hügel durch die Luft fliegen. Spektakuläre Angriffe zeigt euch das Spiel in Zeitlupe. Autos überschlagen sich, zerbersten in viele Einzelteile und brennen sofort aus. An Funken und krachenden Sounds wird nicht gespart. Es macht echt Spaß, sich die unterschiedlichen Zerstörungseinlagen nochmal in Ruhe anzusehen. Es motiviert sogar dazu, den nächsten Gegner auf eine noch abgefahrenere Art und Weise auszuschalten. Hoffentlich bieten die Entwickler in der Vollversion eine Art Kinomodus mit einem Zusammenschnitt der spektakulärsten Unfälle.

Die leichte Steuerung, Nitro-Boosts und die Unfalleinlagen in Zeitlupe erinnern stark an eine andere beliebte Rennspiel-Reihe: Burnout. Auch dort gehören solche Eigenschaften zum Tagesprogramm. Es schadet nicht, wenn sich eine Reihe wie Need for Speed von der Konkurrenz etwas inspirieren lässt und coole Elemente wie die Zeitlupe aufgreift. Diese ist allerdings nicht gänzlich neu, verpasst dem Spiel aber filmische Action.

Offene Spielwelt

Im Einzelspielermodus fahrt ihr in Need for Speed: Payback durch eine offene Spielwelt (Open World) mit einer schicken Grafik und guten Weitsicht. Da lohnt sich auch mal ein Schnappschuss mit dem Fotomodus. Sofern euch nicht Gebäude, Felsen oder Berge im Weg stehen, könnt ihr sogar getrost die Straße verlassen und Offroad-Fahrten genießen. So entdeckt ihr mitunter Streckenabkürzungen für Rennen, Autowracks und ihre Teile für die Fertigung neuer Sportwagen.

Dank der offenen Spielwelt bietet euch EA zwar ein gewisses Gefühl der Freiheit, doch lebt ein Videospiel mit Open World-Prinzip oft davon, wie die Entwickler sie mit Leben und Aktivitäten füllen und hier wirkt das Spiel häufig etwas leer. Der Verkehr ist nicht sonderlich ausgeprägt, es gibt kaum Menschen zu sehen und auch Rennen/Missionen, Shops und Garagen sind nicht immer in wenigen Sekunden zu erreichen. Nach ein paar Stunden wählt ihr vielleicht häufig die Schnellreisefunktion, um zum nächsten Zielort zu gelangen. Aber eigentlich geht es in einem Rennspiel ja um das Fahren an sich.

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Zudem könnt ihr nicht an jedem beliebigen Rennen teilnehmen und auf Erfolgschancen hoffen, denn euer Fahrzeug hat vielleicht nicht die Levelstufe erreicht, die Gegner bei einem bestimmten Event aufweisen. Ihr müsst also erst einmal euren Wagen tunen oder ein besseres Fahrzeug kaufen. Dafür müsst ihr womöglich alte Rennen mehrmals wiederholen, um euch die Aufwertungen ("Upgrades") leisten zu können. Dabei wertet ihr auch nicht nur ein Auto auf, denn Wagen sind in verschiedene Klassen wie "Racer" oder "Offroad" aufgeteilt. Für bestimmte Rennen benötigt ihr also immer das entsprechende Fahrzeug und bei jedem sollte die Stufe hoch genug sein. Das kann also teuer werden.

Tuning und Speed-Points in NfS: Payback

Nach jedem Rennen verdient ihr immerhin einen Betrag an Ingame-Währung, den ihr in Shops für neue Autos oder eben Tuning-Teile ausgebt. Letztere gibt es in Form von "Speed-Karten" etwa für eine erhöhte Sprungdauer, mehr Tempo oder bessere Bremsen. Diese Karten bekommt ihr per Zufall auch als Belohnung nach Rennen, doch ihr könnt sie auch wiederum gegen Teile-Token eintauschen und in Tuning-Shops bessere Teile bekommen. Das Tuning-System wirkt wieder komplexer als das des Vorgängers und es bietet Potenzial für Experimentierfreudige. Ihr könnt dabei nicht nur die Leistung eures Autos, sondern auch das Design samt Nitrofarbe verändern.

Nach wenigen Stunden könnt ihr euch schon mit der Ingame-Währung mehrere Tuning-Teile leisten und wenn nicht, bekommt ihr ja noch sogenannte "Lieferungen". Für den täglichen Login erhaltet ihr etwa solch ein Paket mit Geld, Teile-Token und Individualisierungen. Geht euch dies immer noch nicht schnell genug, bietet euch EA auch den Kauf der Premiumwährung "Speed-Points" mit Echtgeld an. Zwischen 2,50 Euro und 50 Euro könnt ihr mit einer Transaktion im Menü der Kampagne für Speed-Points ausgeben und euch Lieferungen (hier das Pendant zu Lootboxen) auch kaufen.

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Das Erwerben von Speed-Points, Speed-Karten, Teile-Token und Lieferungen zum Ausbau von Ausbau verschiedener Fahrzeuge wirkt etwas verkompliziert und nicht sonderlich rund. Auf die Integration einer Premiumwährung hätte ohnehin verzichtet werden können, da es sich ja bereits um einen Vollpreistitel handelt.

Zusätzliche Autos gibt es weiterhin nicht zwingend kostenfrei. Für ein neues Fahrzeug wie den MINI John Cooper Works Countryman zahlt ihr im Shop des Spiels 2,50 Euro. In anderen Rennspielen wie Gran Turismo Sport gibt es mit jedem größeren Update um die zehn Sportwagen kostenlos dazu.

Kein lokaler Multiplayer

Zumal mag manch ein Käufer des Spiels dazu verführt werden, mit Speed-Points schneller Autos für den Multiplayer aufzuwerten, um bessere Chancen zu haben. Der Mehrspielermodus selbst ist von der Kampagne getrennt und bietet euch entweder eine Fortune Valley-Erkundungstour mit euren Freunden oder Speedlists mit einer Reihe von Online-Rennen. Ein echtes Manko ist, dass es in Need for Speed: Payback keinen Offline-Multiplayer gibt. Ihr könnt also nicht zu zweit auf der Couch gegeneinander fahren. Es lassen sich auch keine einzelnen Streckenabschnitte mit der Zuschaltung von Bots und Polizei auswählen. Das sind echte Versäumnisse.

Need for Speed Payback: Fazit

Need for Sprit für Ideen 7/10

Auch wenn EA mit NfS: Payback so manches besser macht als noch beim Vorgänger, findet die weltbekannte Rennspielreihe einfach nicht mehr zu Glanzzeiten zurück. Der Lack der Marke bleibt angekratzt und das wirkt in Anbetracht der starken Rennspielkonkurrenz wie Gran Turismo Sport, Forza Horizon, DriveClub, Burnout Paradise Remastered oder Project CARS ernüchternd. Selbst Einsteiger sollten sich eher überlegen, zu anderen Titeln zu greifen und Offline-Rennen auf dem Schwierigkeitsgrad "Leicht" zu genießen.

Das hat uns gefallen

  • Schicke Grafik
  • Tuning
  • Einsteigerfreundlich
  • Actionreiche Verfolgungsjagden
  • Filmische Zeitlupen

Das hat uns nicht gefallen

  • Open World mitunter leer
  • Lahme Story
  • Mäßige Dialoge
  • Kein lokaler Multiplayer
  • Zu viele Käufe für Echtgeld
Testnote 7,0 von 10
Darius Schuiszill NEU
Bewertet von Darius Schuiszill
7,0 / 10
Spielzeit

Spielzeit
Wie lange ist die durchschnittliche Spielzeit? Wie viele Stunden kann ich Spaß am Multiplayer-Modus haben? Ein Punkt auf der Skala entspricht zehn Spielstunden.

7,0 / 10
Einstieg

Einstieg
Wie einfach gelingt der Einstieg ins Spiel? Brauche ich eine enorme Eingewöhnungszeit? Ziehen sich die ersten Stunden durch lange Tutorials in die Länge? Lässt mich das Spiel ohne Anleitungen ratlos zurück?

8,0 / 10
Technik

Technik
Wird das Spiel von Bugs geplagt? Beeinträchtigen starke Performance-Probleme das Spiel? Funktionieren die Online-Modi einwandfrei?

Informationen zum Spiel

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Need for Speed Payback selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 7 von 10 möglichen Punkten bei 82 abgegebenen Stimmen.
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Bestenlisten

Need for Speed Payback wurde in folgende Videospiel-Bestenlisten einsortiert.

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Einsortierung und Informationen zum Spiel

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, EA, Rennspiel, PC-Spiel, Sony PlayStation 4, Microsoft Xbox One, Videospiel, Preview und Need for Speed Payback.

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