LG G3 im Test: QHD-Smartphone mit Laser-Autofokus ausprobiert

G2-Nachfolger ausprobiert

Mit dem LG G2 landete der südkoreanische Hersteller einen Achtungserfolg. Der Nachfolger hat definitiv das Potenzial zu mehr. Der Test des LG G3 zeigt: LG hat die Schwächen des G2 ausgemerzt und die Stärken konsequent weiterentwickelt. Herausgekommen ist LGs bislang bestes Smartphone.

QHD-Display, 13-Megapixel-Kamera mit Laser-Autofokus - das LG G3 bietet einiges an Technik, was Sie so noch nicht in einem Smartphone gesehen haben. Das Smartphone protzt im Test aber nicht nur mit High-End-Hardware, sondern durch das Zusammenspiel von Hardware und dem innovativen Bedienkonzept. Das G3 ist definitiv LGs bislang bestes Smartphone.

Das LG G3 ist das bislang beste Smartphone des südkoreanischen Herstellers.
Das LG G3 ist das bislang beste Smartphone des südkoreanischen Herstellers.

Design und Verarbeitung

Das LG G3 bietet eine Bilddiagonale von 5,5 Zoll - andere Hersteller bezeichnen Geräte mit dieser Displaygröße bereits als Phablet - Mix aus Smartphone und Tablet-PC. Doch das G3 ist alles andere als das. Mit den Abmessungen 146,3 x 74,6 x 8,95 Millimeter ist das Handy deutlich schmaler und kürzer als das kompaktgebaute 5,5-Zoll-Smartphone Samsung Galaxy Note 3 Neo. Ein Transport in der Hosentasche war im Test kein Problem. Weder beim Gehen noch beim Sitzen trug das Smartphone unangenehm auf.

Möglich macht dies das nahezu rahmenlose Display. Wie bereits beim Vorgänger LG G2 ist der Platz zwischen Rand und Display links und rechts hauchdünn. Die Abwesenheit eines echten Home-Buttons tut ihr übriges, um das Gehäuse klein zu halten. Fast dreiviertel der Frontseite des LG G3 sind Display, das ist einzigartig im Smartphone-Bereich und macht Eindruck bei Freunden und Bekannten. Aufmerksamkeit erzeugt auch die Rückseite des G3, denn wie beim G2 hat der Hersteller hier Power-Button und Lautstärkeregler verbaut. Wirkt zunächst komisch, entpuppt sich im Alltag aber als praktisch. Dazu jedoch später mehr.

Löblich im Vergleich zum Vorgänger: LG hat die Verarbeitung deutlich verbessert. Die Oberfläche der Rückseite ist nun matt und nicht mehr glänzend. Fingerabdrücke und Schmutz sind auf ihr nicht mehr so deutlich zu sehen wie auf dem G2. Die in den Kunststoffrücken integrierten Metallteile sorgen für einen wertigeren Eindruck und verleihen dem dünnen Akkudeckel Stabilität. Leider ist der Polycarbonat-Rücken immer noch rutschig. Ein weiterer Wermutstropfen: Einen Schutz vor Staub oder Wasser bietet das Gehäuse des LG G3 nicht -  anders als die Konkurrenten Galaxy S5 und Xperia Z2.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Lange mussten deutsche Nutzer auf ein Smartphone mit QHD-Display warten. Sowohl Samsung als auch HTC und Sony setzen bei ihren 2014er Top-Modellen weiter auf Full HD-Bildschirme - auch wenn Gerüchte zuvor etwas anderes behaupteten. Nun befriedigt LG mit dem G3 die Lust der Tech-Junkies nach einem 2K-Display.

Die Frage ist nur, ob man das braucht? Deutliche Antwort nach den ersten Testtagen: Nein. Im direkten Vergleich mit einem Full HD-Smartphone-Bildschirm konnte netzwelt keine nennenswerten Unterschiede ausmachen. Kein Wow-, kein Aha-Effekt, eher das Gegenteil: Die hohe Auflösung des G3-Bildschirms sorgte dafür, das die ein oder andere Webseite etwas "matschig" aussah. Ebenfalls auffällig: Der Screen des LG G3 ist vergleichsweise dunkel, kann aber mit natürlicher Farbwiedergabe und stabilen Blickwinkeln punkten.

Das QHD-Display des LG G3 entpuppt sich im Benchmark-Vergleich mit der Konkurrenz als Flaschenhals. Der verbaute Qualcomm Quad-Core-Prozessor Snapdragon 801 werkelt auch in den Konkurrenten Samsung Galaxy S5 und HTC One (M8). Im Vergleich zum S5 und M8 muss er aber fast doppelt so viele Pixel berechnen, was einen Performance-Abfall von bis zu 35 Prozentpunkten zufolge hat.

Das klingt dramatisch, macht sich im Alltag aber kaum bemerkbar. Egal ob grafisch intensive Spiele wie Asphalt 8 oder das Streaming einer WM-Partie übers WLAN, das LG G3 erledigte alle gestellten Aufgaben klaglos und mit Höchstgeschwindigkeit. Allenfalls beim Wechsel zwischen Apps oder Menübildschirm hatte das G3 im Test kleinere Hänger.

Dies mag mit der Größe des Arbeitsspeichers (RAM) zusammenhängen: Beim Testgerät von netzwelt handelt es sich um die Ausführung mit einem 16-Gigabyte-Gerätespeicher und zwei Gigabyte RAM. Die Ausführung mit einem 32-Gigabyte-Gerätespeicher weist dagegen drei Gigabyte Arbeitsspeicher auf. Die Straßenpreise beider Varianten liegen derzeit 100 Euro auseinander. Angesichts dieses hohen Unterschieds rät netzwelt, sich lieber mit den Mini-Rucklern zu arrangieren.

Vom 16 Gigabyte großen Gerätespeicher standen netzwelt im Test knapp zwölf Gigabyte zur Verfügung. Dank microSD-Karten-Slot kann der Speicher um bis zu zwei Terabyte erweitert werden. Neben Nutzerdaten lassen sich auch Apps und Spiele auf die Speicherkarte verlagern.

Als Betriebssystem fungiert Android 4.4 KitKat. LG hat diesem seine eigene Nutzeroberfläche Optimus UI übergestülpt. Diese bietet alle Funktionen, die das G2 beliebt gemacht haben - wie Knock On, inklusive der Erweiterung Knock Code oder die frei konfigurierbaren, virtuellen Bedienelemente. Viele neue Funktionen sind nicht hinzugekommen, dafür erlaubt es LG, die Größe der Bildschirmtastatur zu verändern und an die eigenen Finger anzupassen. Wieder eine gute Idee des südkoreanischen Herstellers. Statt neuer Funktionen hat LG in die Optik der Optimus UI investiert. Sie wurde runderneuert und erstrahlt nun im modernen Flat-Design - iOS 7 lässt grüßen.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

An der Sprachqualität des LG G3 gibt es nichts zu meckern. Sowohl die Stimmen der Gesprächspartner als auch die eigene Stimme klingen klar, deutlich und natürlich durch die Leitung. Nebengeräusche werden sehr gut gefiltert. Allenfalls ein leichter Hall störte netzwelt im Test, das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Über verpasste Anrufe und Benachrichtigungen informiert eine Status-LED oberhalb des Bildschirms, die gut zu erkennen ist. Während des Telefonats können Sie bequem über die Tasten auf der Rückseite die Lautstärke anpassen.

Keine Auswirkungen hat der hochauflösende Bildschirm auf die Akkulaufzeit. Je nach Nutzungsintensität können Nutzer bis zu zwei Tage mit einer Ladung des LG G3 auskommen - ein stattlicher Wert. Der 3.000-Milliamperestunden-Akku ist nicht fest verbaut, sondern kann ausgewechselt werden.

Trotz des umfangreichen Akkus zählt das G3 zu den Schnellladern. Im Test war der Akkustand innerhalb von einer Stunde und 20 Minuten von sechs auf 93 Prozentpunkte gestiegen. Wahlweise kann das G3 auch drahtlos aufgeladen werden, hierzu ist eine zum Qi-Standard kompatible Ladestation notwendig. Allerdings dauert drahtloses Laden in der Regel länger, als das Smartphone direkt an die Steckdose zu hängen.

Multimedia

LG verbaut beim G3 eine 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, die sich im Test als schnappschusstauglich erweist. Sowohl bei guten Lichtverhältnissen als auch bei Dämmerlicht oder in Innenräumen beeindruckten die gemachten Bilder durch ihre Detailtiefe, Schärfe und natürliche Farbdarstellung. Mitverantwortlich für die gute Bildqualität ist unter anderem der optische Bildstabilisator, welcher Verwackler minimiert und bei schwachen Lichtverhältnissen längere Verschlusszeiten ermöglicht. Ebenso trägt der neue Laser-Autofokus hierzu bei. Er stellt im Test Motive auch bei schwachem Licht beeindruckend schnell scharf. Einen Eindruck von der Bildqualität des LG G3 liefert diese Mediengalerie.

LG G3: Kamera-Samples

5 Bilder
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Einen Eindruck von der Qualität der Videoaufnahmen vermittelt dieser YouTube-Clip - gedreht in Full HD.

Die hintere Kamera ist auch in der Lage, Videos in 4K aufzunehmen. Ultra HD-Clips dürfen aber maximal fünf Minuten lang sein. Anders als bei anderen 4K-Smartphones ist das Feature hier nicht nur als ein Gimmick zu sehen, denn Nutzer können mit entsprechenden Clips die hohe Auflösung des LG G3-Displays ausreizen. So wirken die Aufnahmen deutlich detailreicher und feiner als auf einem Smartphone-Bildschirm, der in Full HD auflöst. In voller Pracht sind die Clips weiterhin nur auf einem 4K-Screen zu bewundern, die Wiedergabe der Clips ruckelte im Test auf dem LG G3 leicht.

Die Frontkamera löst mit nur zwei Megapixeln auf. LG hat sich jedoch einige Gedanken gemacht, um Selfie-Fans das LG G3 schmackhaft zu machen. Zunächst ist die "Selfie Fist" zu nennen. Eine Bediengeste, mit der sich die Frontkamera durch das Ballen der Faust auslösen lässt. Der Nutzer muss nur die Hand vor der Frontkamera heben, ein blaues Viereck zeigt ihm dann an, dass die Kamera die Hand erkannt hat. Ballt er nun die Finger zur Faust, startet ein Countdown, nach dessen Ende die Frontkamera auslöst. Praktisch. Das erspart dem Nutzer Verrenkungen, um an den virtuellen Auslöser zu gelangen. Bei schwachen Lichtverhältnissen können Nutzer einen Teil des Displays zum Blitz umfunktionieren.

Auf der Rückseite des Smartphones finden Nutzer einen Lautsprecher. Er soll dank Bassverstärker für ein ordentliches Klangerlebnis sorgen. Im Test enttäuschte er jedoch. Der Speaker klingt nicht besser als der anderer Smartphones. Von der Qualität eines M8 oder Xperia Z2 ist das LG G3 in diesem Punkt meilenweit entfernt. Mit angeschlossenen Kopfhörern ermöglicht das G3 einen ordentlichen Musikgenuss und anders als beim S5 ist auch der Empfang von UKW-Radio möglich.

Dank Infrarotsender kann das LG G3 auch als Universalfernbedienung fungieren. Mit dem Smartphone steuern Sie unter anderem Fernseher, Stereoanlagen und Set-Top-Boxen, aber auch Klimaanlagen. Der Sender ist im Gegensatz zum verbauten Modul im HTC One (M8) nicht lernfähig.

Fazit zum LG G3

Alternativen zum Testgerät finden Sie in der Kaufberatung Top-Smartphones 2014.

LG G3: Fazit

Auf Augenhöhe 8.6/10

Schwächen kennt das LG G3 nicht. Es ist neben dem Galaxy S5 das bislang beste Smartphone 2014.

Das hat uns gefallen

  • lange Akkulaufzeit
  • wechselbarer Akku
  • innovatives Bedienkonzept
  • gute Kamera mit schnellem Autofokus
  • sehr gute Sprachqualität

Das hat uns nicht gefallen

  • rutschiges Gehäuse
  • kein Staub- und Wasserschutz
  • Hohe Auflösung bringt keine nennenswerten Vorteile
Testnote 8,6 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung
9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
9,0 / 10
Sprachqualität
8,0 / 10
Akkulaufzeit
9,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt vom Hersteller für zwei Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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9
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Bestenlisten

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Smartphone
Smartphone Thema Mit dem iPhone fing 2007 alles an. Mittlerweile gehen jährlich weltweit über eine Milliarde Smartphones über die Ladentheke. Doch nicht nur die Nachfrage ist riesig, auch das Angebot wird von Jahr zu Jahr unübersichtlicher. Wir behalten für euch die Übersicht. Egal ob ihr das beste Gerät in einer bestimmten Preisklasse oder ein Smartphone mit einem bestimmten Feature (Dual-SIM, Wireless ... Zur Übersicht

LG G3 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des LG G3 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das LG G3 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Snapdragon 801
Display LCD IPS Color (16M) 1440x2560px (5.5") 534ppi
RAM 2 GB
Gerätespeicher 16 GB
Akku 3.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 13 Megapixel
Alle Details anzeigen
LG G3 Benchmarks

In der nachstehenden Tabelle findet ihr die Futuremark-Benchmarks, die wir zum LG G3 in unserem System erfasst haben. Der Gesamtwert steht in der rechten Spalte, Details zu den einzelnen Tests bekommt ihr, wenn ihr die Maus über das Infozeichen bewegt.

Futuremark-Benchmark Ergebnis
Ice Storm MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
37 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
59 FPS
Grafik Test II:
51 FPS
Ice Storm Extreme 9928

Futuremark Ice Storm Extreme

Physik (Gesamt):
9562
Physik Test I:
30 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
10345
Grafik Test I:
55 FPS
Grafik Test II:
38 FPS
Ice Storm Unlimited 15439

Futuremark Ice Storm Unlimited

Physik (Gesamt):
13575
Physik Test I:
43 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
16259
Grafik Test I:
84 FPS
Grafik Test II:
61 FPS
Sling Shot using ES 3.0 1070

Futuremark Sling Shot using ES 3.0

Physik (Gesamt):
909
Physik Test I:
21 FPS
Physik Test II:
10 FPS
Physik Test III:
4 FPS
Grafik (Gesamt):
1122
Grafik Test I:
6 FPS
Grafik Test II:
3 FPS
Sling Shot using ES 3.0 Unlimited 1108

Futuremark Sling Shot using ES 3.0 Unlimited

Physik (Gesamt):
894
Physik Test I:
22 FPS
Physik Test II:
9 FPS
Physik Test III:
4 FPS
Grafik (Gesamt):
1160
Grafik Test I:
7 FPS
Grafik Test II:
3 FPS

Die Akkulaufzeit des LG G3 beträgt beim Futuremark-Test (PCMark for Android Work) 4h 54min. Zusätzlich wurde im Benchmark-Test das Web-Browsing mit 3217, das Abspielen von Videos mit 4043 und das Bearbeiten von Bildern mit 4422 Punkten bewertet.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Android, LG, Mobile World Congress (MWC), Smartphone, LG G2, LG G3 und Android-Smartphones: Der große Update-Fahrplan.

Das LG G3 wurde ursprünglich mit Android 4.4 "Android KitKat" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das LG G3 die Version 6.0.0 "Android M" verfügbar.

Links zum Thema
LG G3 im Zeitverlauf
1 von 23
  • LG G3: Hersteller verteilt Firmware-Update V10l-SEP-29-2014

    14.10.2014 Wie der deutsche Technikblog "Caschys Blog" berichtet, verteilt LG derzeit ein größeres Software-Update für sein Highend-Smartphone LG G3. Das Update ändert zwar nichts an der vorinstallierten Android-Version, spielt jedoch laut Changelog einen Google-Patch ein. Dabei dürfte es sich um einen Fix für den Heartbleed-Bug handeln. Als weitere Änderungen werden von LG Updates für Anwendungen und ein Value Pack genannt. Nähere Angaben zu dem Inhalten des Value Packs macht LG aber nicht.

    Einen ausführlichen Testbericht zum LG G3 findet ihr hier.

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