LG G Flex 2 im Test: Warum ist dieses Smartphone gebogen?

Neues Curved-Smartphone ausprobiert

LG G Flex 2 - Titelbild

Nach Fernsehern und Monitoren biegt LG nun auch Smartphones. Das neue Top-Modell G Flex 2 fällt mit seinem Curved-Design ins Auge. Doch bringt das gebogene Gehäuse des G4-Vorboten dem Nutzer im Alltag auch Vorteile? Ein Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Hardware und Performance
  3. Bedienung und Speicher
  4. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  5. Kamera und Multimedia
  6. Fazit & Alternativen
  7. Benchmarks

Design und Verarbeitung

Das G Flex 2 ist nicht das Ergebnis eines neuen #Bendgate, das Smartphone ist von Natur aus verbogen. Das Curved-Design ist dem Hersteller zufolge dabei kein bloßer Design-Gag, sondern bringt vor allem in der Handhabung echte Vorteile. Tatsächlich verleiht das kurvige Design dem G Flex 2 für ein 5,5-Zoll-Smartphone einen ordentlichen Grip. Trotz der eher rutschigen Kunststoffrückseite lag das G Flex 2 im Test stets gut in der Hand. Mehr noch. Es schmiegte sich förmlich in selbige.

Außerdem soll das Smartphone gemäß LG durch die gebogene Form widerstandsfähiger gegen Verformungen sein. Im Test kam netzwelt das G Flex 2 aber deutlich steifer vor als sein Vorgänger. Gerade biegen wie seiner Zeit das G Flex lässt sich das neue Curved Smartphone nicht. Einen entsprechenden Versuch unterband eine PR-Frau auf der CES in Las Vegas energisch.

LG G Flex 2 im Hands-on

Doch nicht nur das gebogene Gehäuse soll das Smartphone widerstandsfähiger machen, die Rückseite soll durch eine Beschichtung kleinere Kratzer und Abnutzungserscheinungen von selbst "heilen" können. Tatsächlich waren im Test nach knapp einer Woche keine Kratzer im Lack des G Flex 2 zu erkennen - obwohl das Smartphone stets ohne Zusatzschutz mit einem Schlüsselbund in der Tasche transportiert wurde. Bei starken äußeren Einflüssen kann die Schicht das G Flex 2 aber nicht schützen, wie eine abgeplatzte Stelle in der unteren Ecke des Smartphones zeigt.

Das schicke Curved-Design und das mysteriöse Cover mit Selbstheilungskräften können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das G Flex 2 wenig wertig anmutet. In der Hand fühlt es sich nicht wie ein 600-Euro-Smartphone, sondern eher wie ein Plastikbomber aus niedrigeren Preisklassen an.

Hardware und Performance

Der Bildschirm war einer der größten Schwächen des Vorgängers: Niedrige Auflösung, deutlich sichtbares Punktraster und einen leichten Blaustich bemängelte netzwelt im Test. Beim G Flex 2 ist davon nichts mehr zu sehen. Das Display löst nun in Full HD, statt in HD auf. Blaustich und Punktraster sind beim G Flex 2 nicht mehr erkennbar.

LG G Flex 2 ausgepackt

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Allerdings gibt es immer noch Kritikpunkte: Der Bildschirm wirkt vergleichsweise dunkel. OLED-typisch erstrahlen weiße Flächen selbst auf der höchsten Helligkeitsstufe in Grau. Im Freien lässt sich das Display des G Flex 2 in der Frühlingssonne aufgrund starker Reflexionen zudem nur schwer ablesen.

Als Prozessor kommt im G Flex 2 Qualcomms neuer Top-Chip Snapdragon 810 zum Einsatz. Der 64-Bit-Octa-Core-Prozessor taktet im LG-Smartphone mit zwei Gigahertz. Klingt toll. Wirklich spitze ist die Performance aber nicht. Im Test kam es immer wieder zu Rucklern bei der Bedienung von Android. Der Bildwechsel zwischen App, App-Drawer und Startbildschirm hakte ebenfalls des Öfteren.

Benchmark HTC One M9 LG G Flex 2
Geekbench 3 (Single-Core) 1.284 Punkte 962 Punkte
Geekbench 3 (Multi-Core) 3.968 Punkte 3.164 Punkte
Sunspider 745,2 Millisekunden 359 Millisekunden
AnTuTu 52.111 Punkte 43.614 Punkte
3D Mark IceStorm Unlimited 21.923 Punkte 23.580 Punkte

Offenbar ein Softwareproblem: Denn auf dem HTC One M9, das ebenfalls vom Snapdragon 810 angetrieben wird, läuft Android 5.0 völlig fehlerfrei. Tatsächlich basiert die Firmware des M9 auf Android 5.0.2, während das G Flex 2 noch mit der älteren Lollipop-Version 5.0.1 ausgeliefert wird. Es besteht also Hoffnung, dass LG die Performance-Schwächen mit einem Software-Update ausbügelt.

Bedienung und Speicher

Über die Performance-Schwächen des G Flex 2 tröstet das nahezu perfekte Bedienkonzept hinweg. Dass die Lautstärketasten auf der Rückseite unter der Kamera praktisch sind, wissen wir bereits seit dem LG G2. Auch der vierte Button in der Bedienleiste sowie das Ein- und Ausschalten des Displays per Doppeltipp entpuppten sich schon beim 2013er Smartphone als sinnvoll.

Seither hat LG das Konzept verfeinert und erweitert. Die Bedienleiste kann nun bis zu fünf Buttons fassen. Das Gerät kann zudem mit einem Knock Code genannten Klopfmuster direkt aus dem Standby-Betrieb geweckt und entsperrt werden. Das dauert nur minimal länger als das Entsperren per Fingerabdruck, erspart dem Nutzer aber die Abgabe seiner biometrischen Daten.

In Deutschland kommt das G Flex 2 zunächst mit einem 16-Gigabyte-Gerätespeicher auf den Markt. Per microSD-Karte ist der Speicher um bis zu zwei Terabyte erweiterbar. Das ist auch über kurz oder lang unumgänglich, denn auf unserem Testgerät belegte das LG-System bereits knapp die Hälfte des verfügbaren Gerätespeichers.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Bezüglich der Sprachqualität bringt die gebogene Form des G Flex 2 leider keine Vorteile. Im Test klang die eigene Stimme und die der Gesprächspartner sehr dumpf. Nebengeräusche wie Wind waren deutlich zu vernehmen, vereinzelt gab es Aussetzer. Das war beim Vorgänger deutlich besser.

Als Energiespeicher bietet das G Flex 2 eine fest verbaute 3.000-Milliamperestunden-Batterie. Eine Akkuladung reicht je nach Nutzungsintensität für ein bis anderthalb Tage. Von einem Stromspareffekt des verwendeten P-OLED-Bildschirms bemerkte netzwelt im Test nichts. Immerhin: Innerhalb einer halben Stunde tankt das G Flex 2 an der Steckdose seinen Energiespeicher wieder bis zur Hälfte auf. Quick Charge 2.0 sei dank.

Kamera und Multimedia

Die Kamera des LG G Flex 2 ist größtenteils aus dem LG G3 entlehnt. Die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit maximal 13 Megapixeln und zeichnet Videos in 4K auf. Der links neben der Kameralinse platzierte Laser-Autofokus beschleunigt das Fokussieren bei schwachen Lichtverhältnissen. Für ein besseres Rauschverhalten bei Low-Light-Aufnahmen ist zudem ein optischer Bildstabilisator (OIS) verbaut. Die Schnappschüsse sind gut, lassen aber ein wenig die Detailtiefe vermissen. Trotz OIS ist bei Low-Light-Aufnahmen zudem ein deutliches Rauschen zu erkennen.

LG G Flex 2: Beispielbilder

3 Bilder
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Für Musikliebhaber liefert das LG G Flex 2 mit guten Kopfhörern einen ordentlichen Klang. Die Wiedergabe von Musik über den Handylautsprecher geht auch in Ordnung, qualitativ reicht das G Flex 2 aber hier nicht an die BoomSound-Lautsprecher des HTC One M9 heran. Mit angeschlossenen Kopfhörern ist auch der Empfang von UKW-Radioprogrammen möglich.

Dank Infrarot-Sender können G Flex 2-Nutzer TV-Geräte, Set-Top-Boxen, Audio- und Klimaanlagen mit dem Smartphone fernsteuern. Der Infrarotsender kann dabei sogar von der Originalfernbedienung Befehle lernen.

LG G Flex 2: Fazit

Ungewöhnlich, aber gut 7.5/10

Die größte Schwäche des G Flex hat LG beim Nachfolger ausgeräumt. Der Bildschirm ist nun der Verwendung in einem Top-Smartphone würdig. Das Curved-Design entpuppt sich zudem als große Hilfe bei der Handhabung des G Flex 2. Das tolle Nutzererlebnis wird jedoch ein wenig durch Performance-Schwächen sowie die im Vergleich zum Vorgänger schwächere Sprachqualität und Akkulaufzeit getrübt.

Das hat uns gefallen

  • Curved-Design sorgt für besseren Grip
  • geniales Bedienkonzept

Das hat uns nicht gefallen

  • Ruckler und Aussetzer
  • wenig wertige Verarbeitung
Testnote 7,5 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung
8,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
6,0 / 10
Sprachqualität
6,0 / 10
Akkulaufzeit
7,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgeräte wurde netzwelt leihweise von LG für zwei Wochen zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

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Smartphone
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LG G Flex 2 Benchmarks

In der nachstehenden Tabelle findet ihr die Futuremark-Benchmarks, die wir zum LG G Flex 2 in unserem System erfasst haben. Der Gesamtwert steht in der rechten Spalte, Details zu den einzelnen Tests bekommt ihr, wenn ihr die Maus über das Infozeichen bewegt.

Futuremark-Benchmark Ergebnis
Ice Storm MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
29 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
57 FPS
Grafik Test II:
58 FPS
Ice Storm Extreme MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm Extreme

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
27 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
57 FPS
Grafik Test II:
53 FPS
Ice Storm Unlimited 22512

Futuremark Ice Storm Unlimited

Physik (Gesamt):
10708
Physik Test I:
34 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
33612
Grafik Test I:
163 FPS
Grafik Test II:
132 FPS
Sling Shot using ES 3.0 1675

Futuremark Sling Shot using ES 3.0

Physik (Gesamt):
985
Physik Test I:
23 FPS
Physik Test II:
10 FPS
Physik Test III:
4 FPS
Grafik (Gesamt):
2104
Grafik Test I:
10 FPS
Grafik Test II:
8 FPS
Sling Shot using ES 3.1 1019

Futuremark Sling Shot using ES 3.1

Physik (Gesamt):
1011
Physik Test I:
23 FPS
Physik Test II:
10 FPS
Physik Test III:
5 FPS
Grafik (Gesamt):
1004
Grafik Test I:
5 FPS
Grafik Test II:
3 FPS
Sling Shot using ES 3.0 Unlimited 1756

Futuremark Sling Shot using ES 3.0 Unlimited

Physik (Gesamt):
942
Physik Test I:
21 FPS
Physik Test II:
10 FPS
Physik Test III:
4 FPS
Grafik (Gesamt):
2334
Grafik Test I:
12 FPS
Grafik Test II:
8 FPS
Sling Shot using ES 3.1 Unlimited 1143

Futuremark Sling Shot using ES 3.1 Unlimited

Physik (Gesamt):
966
Physik Test I:
22 FPS
Physik Test II:
10 FPS
Physik Test III:
4 FPS
Grafik (Gesamt):
1213
Grafik Test I:
6 FPS
Grafik Test II:
4 FPS

Die Akkulaufzeit des LG G Flex 2 beträgt beim Futuremark-Test (PCMark for Android Work) 4h 57min. Zusätzlich wurde im Benchmark-Test das Web-Browsing mit 4902, das Abspielen von Videos mit 4060 und das Bearbeiten von Bildern mit 5614 Punkten bewertet.

Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 5952
Prozessor (CPU Mark) 92,775
Speicher (Mem Mark) 5,553
Festplatte (Disk Mark) 27,809
2D (2D Mark) 4,322
2D (3D Mark) 1,623

Das für die Passmark-Benchmarks genutzte LG G Flex 2 hat ein AArch64 Prozessor rev 2 (aarch64) mit 8 Kernen und 1841.1 MB RAM.

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

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