Mate 10 Pro im Test: Huawei baut das bessere Galaxy S8

6-Zoll-Smartphone mit KI-Prozessor

Das Mate 10 Pro bietet ein farbenfrohes OLED-Display.

Huawei ist aktuell nach Samsung und Apple der drittgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Mit dem Mate 10 Pro präsentiert der chinesische Hersteller jedoch nun ein 6-Zoll-Smartphone, das im Test mächtig an der Vormachtstellung von iPhone und Galaxy S8 rüttelt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Prozessor und Performance
  3. Ausstattung
  4. Software und Bedienung
  5. Sprachqualität
  6. Akkulaufzeit
  7. Kamera
  8. Preis und Verfügbarkeit
  9. Fazit & Alternativen
  10. Datenblatt

Mehrere Monate lang rührte Huawei die Werbetrommel für sein neues Top-Smartphone Mate 10 Pro. Es lohne sich trotz Galaxy S8 und iPhone X, auf dieses Gerät zu warten, versprach der chinesische Hersteller. Hält Huawei Wort oder war das alles nur loses Geschwätz? Finden wir es gemeinsam heraus.

Design und Verarbeitung

Huawei folgt in Sachen Design dem aktuellen Trend. Wie Samsung beim Galaxy S8 und Apple beim iPhone X verbaut der chinesische Hersteller in seinem neuen Top-Smartphone ein nahezu randloses Display im 18:9-Format. Dadurch sieht das Smartphone nicht nur schick aus, sondern wird auch deutlich handlicher. Zwar misst der Screen in der Diagonale weiterhin sechs Zoll, die Abmessungen entsprechen mit 154,2 x 74,5 x 7,9 Millimetern jedoch denen eines 5,5-Zoll-Smartphones. Wer Huaweis Mate-Modelle bislang zu klobig fand, wird angenehm überrascht sein, wenn er das Mate 10 Pro das erste Mal in der Hand hält. Huawei könnte mit dem Smartphone das 6-Zoll-Format salonfähig machen, allerdings ist das ebenfalls sechs Zoll große LG V30 mit den Abmessungen von 151,7 x 75,4 x 7,4 Millimetern noch einen Tick kompakter und knapp 20 Gramm leichter.

Verzichten müsst ihr im Vergleich zum Galaxy S8 auf die abknickenden Displayränder. Dadurch sieht das Mate 10 Pro nicht ganz so spektakulär aus, wie der Konkurrenz aus Seoul, ruht dafür aber angenehmer und sicherer in der Hand.

Doch nicht nur die Frontseite erstrahlt beim Mate 10 Pro im neuen Design, auch auf der Rückseite hat sich beim Mate 10 Pro einiges getan: Die Dual-Kamera ist nun ähnlich wie beim Huawei P10 von einem "Signature Strip" umgeben - einem rechteckigen Design-Element, das sich farblich vom Rest der Rückseite abhebt. Zudem wählt Huawei einen neuen Materialmix für das Gehäuse des Mate 10 Pro. Seit dem Serien-Urvater Ascend Mate 7 boten die Mate-Smartphones von Huawei ein Ganzmetallgehäuse. Damit ist nun Schluss. Beim Mate 10 Pro ist nur noch der Rahmen aus Metall gefertigt, die Rückseite besteht aus Glas. Huawei folgt auch hier einem aktuellen Design-Trend - auch Apple, HTC, Samsung und Sony setzen bei ihren Top-Smartphones auf einen entsprechenden Materialmix.

Der Wechsel vom Metall-Cover zum Glasrücken hat aber auch ganz praktische Gründe. Das Mate 10 Pro ist eines der ersten Smartphones, das den Mobilfunkstandard LTE in der Spezifikation Cat 18 unterstützt. Diese LTE-Variante ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1,2 Gigabit pro Sekunde. Eine Folge Game of Thrones ladet ihr, ein entsprechendes Netz vorausgesetzt, so binnen zwei Sekunden auf euer Smartphone. LTE Cat 18 setzt aber ein aufwendiges Antennen-Design voraus. Dieses lässt sich laut Huawei deutlich leichter in einem Gehäuse mit Glasrücken realisieren als in einem Ganzmetallgehäuse, da das Metall die Antennenleistung negativ beeinflusst. Ein schwaches Mobilfunksignal oder langsame WLAN-Verbindungen, über die bei den Vorgänger häufig geklagt wurde, sollten dank des Glasrückens also der Vergangenheit angehören. Wir hatten diesbezüglich im Test nichts zu bemängeln.

Erstes Video zum Huawei Mate 10 (Pro)

Das Mate 10 Pro ist aber nicht nur schick und kompakt geworden, sondern als erstes Huawei-Smartphone auch staub- und wasserdicht (IP67). Ein Sturz in die Toilette oder das Waschbecken sollte das Huawei-Smartphone im Normalfall problemlos überstehen. Darauf ankommen lassen solltet ihr aber nicht, denn der Wasserschutz gemäß IP67 unterliegt gewissen Einschränkungen.

Das neue Design bringt jedoch auch Einschnitte mit sich. Huawei verzichtet beim Mate 10 Pro auf einen microSD-Kartenslot und einen Anschluss für Klinkenstecker. Beide Bauteile nehmen sehr viel Platz im Gehäuse ein, diesen wollte man lieber für den Akku verwenden, begründete Huawei die Entscheidung im Gespräch mit netzwelt. Fairerweise legt der chinesische Hersteller dem Mate 10 Pro aber sowohl ein USB C-Headset als auch einen entsprechenden Adapter für Kopfhörer mit Klinkenstecker bei. Der Gerätespeicher wurde zudem von 64 auf 128 Gigabyte vergrößert.

Erhältlich ist das Huawei Mate 10 Pro in Deutschland in den Farben "Titanium Grey" (Grau), "Midgnight Blue" (Blau) und "Mocha Brown" (Braun). Die Farbvariante "Pink Gold" (Gold) bietet Huawei vorerst nur im Ausland an.

Prozessor und Performance

Wie so oft im Leben kommt es auch bei Smartphones aber nicht nur auf das Äußere an, sondern auch auf die inneren Werte - und hier bietet das Mate 10 Pro etwas ganz Besonderes: Huaweis neuen Octa-Core-Prozessor Kirin 970. Was macht den Chip so besonders? Der Prozessor bietet eine verbesserte Grafikeinheit, bessere Rechenkerne und ist kleiner als sein Vorgänger Kirin 960. Statt im 16-Nanometer-Verfahren wird der Chip nun im 10-Nanometer-Verfahren gefertigt. Insgesamt bringt Huawei dabei 5,5 Milliarden Transistoren auf einer Fläche von gerade einmal einem Quadratzentimeter unter. Das sind fast doppelt so viele Transistoren wie sie in den Chips aktueller Top-Smartphones stecken und das hat einen Grund: Neben Acht-Prozessorkernen und zwölf Grafikkernen besitzt der Kirin 970 auch einen speziellen Co-Prozessor für künstliche Intelligenz (KI). Diese sogenannte "neurale Prozessoreinheit" (NPU) ist das Highlight des Chipsatzes. Kein anderes Android-Smartphone bietet derzeit einen solchen Prozessor, nur die neue iPhone-Generation kann hier mit dem Mate 10 Pro mithalten.

Der KI-Chip soll für einen ordentlichen Performance-Schub sorgen. Auf den ersten Blick ist dieser jedoch nicht spürbar. Das Huawei Mate 10 Pro läuft zwar flüssig, Menüs und Apps öffnen sich butterweich, Ruckler sind keine zu erkennen - ein spürbarer Unterschied zum iPhone 8 und Galaxy S8 aber auch nicht. Das belegen auch die popluären Benchmarks AnTuTu, GeekBench oder 3DMark. Hier liegt das Mate 10 Pro lediglich gleich auf mit der Android-Konkurrenz.

Benchmark Mate 10 Pro iPhone 8 Galaxy S8 Note 8
Geekbench (Single-Core) 1.902 Punkte 4.230 Punkte 1.998 Punkte 2.019 Punkte
Geekbench (Multi-Core) 6.176 Punkte 10.414 Punkte 6.747 Punkte 6.715 Punkte
AnTuTu 170.467 Punkte 205.330 Punkte 173.307 Punkte 176.497 Punkte
3DMark (Slingshot Extreme) 2.693 Punkte 2.703 Punkte 3.404 Punkte 3.600 Punkte

Hinweis: Höhere Werte bedeuten in allen Benchmarks ein besseres Ergebnis.

Das hat ihren Grund. Die NPU kann ihre Vorzüge nur in bestimmten Situationen einbringen - etwa bei der Bild- und Spracherkennung. Laut Huawei kann das Mate 10 Pro in einer Minute über 2.000 Bilder erkennen, zum Vergleich: Das Galaxy S8 schafft laut Huawei nur 95 Bilder, das iPhone 7 Plus knapp 490 Bilder. Die Werte basieren jedoch auf einem von Huawei selbst geschriebenen Testprogramm, sind also nicht wirklich überprüfbar. Des Weiteren müssen Apps erst an den Prozessor angepasst werden. Huawei stellt Entwicklern dazu eine offene Programmierschnittstelle (API) zur Verfügung. Über diese können sie auf die NPU zugreifen und ihre Power in ihren Android-Apps nutzen. Die erste App, die davon Gebrauch macht, ist der Microsoft Translator.

Ob bald weitere NPU-fähige Apps folgen werden, bleibt abzuwarten - es ist eher unwahrscheinlich. Vor zwei Jahren enthüllte Huawei mit dem Mate S das erste Android-Smartphone mit Force Touch-Screen. Auch damals gab es eine API, entsprechende Apps, die von der Technik Gebrauch machten, ließen jedoch auf sich warten. Huawei will daher in Kürze eine verbesserte API anbieten, dann sollen keine Anpassungen an der App mehr notwendig sein. Das Mate 10 Pro soll stattdessen automatisch Berechnungen mit der NPU durchführen, wenn Apps auf bestimmte Techniken und System-Bibliotheken zugreifen.

Bis dahin ist die KI-Power nur eingeschränkt spürbar. So greift Huaweis "Stay Fast"-Projekt, das der Hersteller im vergangenen Jahr mit dem Mate 9 vorgestellt hat, nun auf die NPU zu. Bei Stay Fast handelt es sich um einen Algorithmus, der eure Smartphone-Nutzung analysiert. Der Prozessor soll daraus Schlüsse ziehen und von euch favorisierte Apps bevorzugt behandeln. Dadurch soll sichergestellt sein, dass das Smartphone auch nach längerer Nutzungszeit noch so schnell reagiert wie am ersten Tag. Der Stay Fast-Algorithmus lief beim Mate 9 im "normalen" Prozessor ab, beim Kirin 970 wird er in die NPU ausgelagert und soll so effizienter und schneller arbeiten. Des Weiteren profitiert die Kamera-App sowie die Telefon-App vom neuen Prozessor, dazu später noch mehr.

Ausstattung

Der Prozessor des Mate 10 Pro kann auf satte sechs Gigabyte zurückgreifen. Der Gerätespeicher ist 128 Gigabyte groß, erweiterbar ist er wie bereits erwähnt nicht mehr. Wer einen tieferen Blick in das Datenblatt des Mate 10 Pro wirft, wird einige Features vermissen. So unterstützt das Huawei-Smartphone etwa nur den älteren Bluetooth-Standard 4.2 und nicht das neue Bluetooth 5.0. Der Screen löst nur in Full HD und nicht in QHD auf, unterstützt dafür aber HDR10. Einen Iris-Scanner oder eine Gesichtserkennung als Alternative zum Fingerabdruckscanner sucht ihr vergebens. Dafür ist der Sensor gut zu erreichen. Er befindet sich wie von Huawei-Smartphones gewohnt auf der Rückseite mittig unterhalb der Kamera. So hätten wir es uns auch beim Galaxy S8 gewünscht.

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Aus unserer Sicht sind die genannten Einschnitte verschmerzbar. Full HD sorgt auch bei einer Bilddiagonalen von sechs Zoll noch für scharfe Bilder und die niedrigere Pixelzahl schont Akku und Prozessor. Bluetooth 5.0 spielt am Markt noch keine große Rolle, Iris-Scanner und Gesichtserkennung sind bislang noch nicht ausgereift. Der große Gerätespeicher macht das Fehlen eines microSD-Kartenslots wett. Huawei ist gut beraten, das Smartphone nicht mit unsinnigen Techniken zu überladen! Lediglich ein klassischer Kopfhöreranschluss wäre wünschenswert gewesen. Dafür ist das Mate 10 Pro anders als viele Konkurrenten mit einem Infrarotsensor (IR) ausgestattet, das Smartphone kann also auch als Universal-Fernbedienung fungieren - vorausgesetzt, in der Huawei-Datenbank findet sich ein Code für euer Gerät, denn lernfähig ist der IR-Sensor nicht.

Software und Bedienung

Das Huawei Mate 10 Pro ist das erste Smartphone des chinesischen Herstellers, das ab Werk mit dem neuen Android 8.0 Oreo ausgeliefert wird. Googles Handy-OS hat Huawei dabei seine Nutzeroberfläche EMUI übergestülpt. Diese ist auf dem Mate 10 Pro auch in einer neuen Version installiert. War auf dem Mate 9 noch die EMUI 5.1 installiert, findet ihr auf dem Mate 10 Pro EMUI in der Version 8.0. Der Versionssprung hat weniger mit den neuen Features zu tun, viel mehr will Huawei die Versionsnummer seiner Nutzeroberfläche mit der des Android-Betriebssystems in Einklang bringen.

Was bietet die EMUI in der Version 8.0 nun neues? Unter anderem eine frei platzierbare Bedienfläche, die wahlweise die Navigationsleiste ersetzt und so die Bedienung des 6-Zoll-Smartphones mit einer Hand erleichtern soll. Im Test war dies aber wenig intuitiv. Denn um einen Bildschirm zurück zu navigieren oder die Ansicht aller geöffneten Apps anzeigen zu lassen, müsst ihr die Schaltfläche gedrückt halten und gleichzeitig eine Wischbewegung darauf durchführen. Klingt kompliziert? Ist es auch! Vielleicht gewöhnt man sich aber nach längerer Nutzung daran.

Über verpasste Anrufe sowie den Ladestand des Geräts informiert euch aktuell eine Status-LED. Das auf Vorabmodellen zu sehen gewesene Always-on-Display ließ sich auf unseren Testgerät nicht aktivieren. Womöglich folgt bald ein weiteres Update, welches das Feature freischaltet. Wir vermissten zudem im Test die Möglichkeit, das Smartphone durch Klopfen aufs Display aus dem Schlafmodus zu wecken.

EMUI Desktop

Das Mate 10 Pro lässt sich auch als Desktop-Ersatz nutzen.
Das Mate 10 Pro lässt sich auch als Desktop-Ersatz nutzen. (Quelle: netzwelt)

Ein cooles Features der neuen Nutzeroberfläche ist auch der Projektionsmodus. Ähnlich wie das Galaxy S8 könnt ihr das Mate 10 Pro an einen Monitor anschließen und dann wie an einem Desktop-PC arbeiten. Eine teure Docking-Station braucht ihr nicht, es reicht ein "USB C auf HDMI"-Kabel. Maus und Tastatur koppelt ihr per Bluetooth. Wer will, kann aber auch das USB C-Dock des Huawei Matebook verwenden. Dies kostet knapp 100 Euro und bietet euch zwei USB-, einen USB Typ-C-, einen Ethernet-, einen HDMI- und einen VGA-Anschluss.

Huawei hat im Vergleich zur Samsung-Lösung noch einige Verbesserungen vorgenommen. So werden Benachrichtigungen nicht in der Desktop-Ansicht angezeigt. Des Weiteren lässt sich der Smartphone-Screen ähnlich wie bei Microsoft Continuum als Trackpad-Ersatz nutzen. In der EMUI Desktop-Ansicht laufen laut Huawei nahezu alle Android-Apps. Anpassungen vonseiten der Entwickler sind nicht notwendig. Im Test ließ es sich auch ohne Tastatur und Maus gut mit dem Mate 10 Pro im Desktop-Modus arbeiten. Die Performance reichte sogar für ein flüssiges Arbeiten im Content Management System von netzwelt, hier hatte Continuum etwa deutliche Probleme.

Sprachqualität

In Sachen Sprachqualität weiß das Huawei Mate 10 Pro im Test zu überzeugen. Die Gesprächspartner und auch die eigene Stimme klingen nicht dumpf und künstlich, sondern äußert natürlich - kein Klirren oder Scheppern ist zu vernehmen. Es macht also Spaß, auch längere Zeit mit dem Mate 10 Pro zu telefonieren, auch wenn das Smartphone nicht ganz an die Qualität eines Festnetztelefons heranreicht.

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Für die gute Sprachqualität ist laut Huawei unter anderem der KI-Chip verantwortlich. Er soll Situationen erkennen und gegebenenfalls unterstützend eingreifen. Telefoniert ihr zum Beispiel in einer Umgebung, wo ihr nur flüstern könnt, etwa in der Bibliothek, dann verstärkt das Mate 10 Pro eure Stimme, sodass der Gesprächspartner euch ohne Anstrengung verstehen kann. "Easy Talk" nennt Huawei dieses Feature.

Wahlweise gibt es das Smartphone in Deutschland auch als Dual-SIM-Variante zu kaufen. Diese trägt die Modellnummer "BLA-L29", die Single-SIM-Variante dagegen "BLA-L09". Beide SIM-Slots verfügen hierbei über LTE-Unterstützung.

Akkulaufzeit

In Sachen Akku hat sich auf den ersten Blick nichts geändert. Die Batterie des Huawei Mate 10 Pro bietet wie beim Vorgänger eine Kapazität von 4.000 Milliamperestunden. Das ist im Vergleich zur Konkurrenz aber mehr als ordentlich. Das Galaxy Note 8 und das LG V30 bieten beide etwa gerade einmal einen 3.300-Milliamperestunden-Akku. Huawei verspricht eine Laufzeit von bis zu 2,5 Tagen bei "normaler Nutzung", selbst "Heavy User" sollen knapp zwei Tage mit einer Akkuladung auskommen.

Unsere ersten Testeindrücke sprachen eine andere Sprache. In den ersten Tagen des Tests konnten wir förmlich die Akkustandsanzeige minütlich purzeln sehen. Eine Laufzeit von nur einem Tag erschien uns fast utopisch. Das Benchmarking-Tool PCMark bestätigte diesen Eindruck. Im ersten Test schaffte das Mate 10 Pro hier gerade einmal enttäuschende 4 Stunden und 16 Minuten.

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Während des Tests besserte Huawei mit einer neuen Firmware nach, die eine spürbare Verbesserung brachte. Im PCMark stehen nun eine ordentliche Laufzeit von 9 Stunden 47 Minuten mit eingeschaltetem Display zu Buche, was umgerechnet auf die tägliche Nutzungszeit eines durchschnittlichen Smartphone-Nutzers die von Huawei genannten Werte ergibt.

Ist der Akku einmal leer, dauert es knapp 90 Minuten eher er wieder aufgeladen ist - vorausgesetzt ihr nutzt das beiligende Huawei SuperCharge-Netzteil. Huawei hat sich die Technik vom TÜV Süd zertifizieren lassen. Das Zertifikat verspricht, dass die Technik Risiken wie etwa ein Kabelbrand oder Überspannungsschäden effektiv vorbeugt. Klingt gut, bislang haben wir in der Redaktion aber auch bei konkurrierenden Schnellladetechniken keine solcher Probleme festgestellt.

Den Qi-Standard unterstützt das Mate 10 Pro trotz Glas-Cover nicht, geladen wird das Smartphone weiterhin per Kabel über den USB C-Port. Wahlweise kann das Mate 10 Pro dafür aber auch als Powerbank für andere Smartphones dienen.

Kamera

Auf der Rückseite des Mate 10 Pro findet ihr wie beim Vorgänger eine Dual-Kamera von Leica. Diese besteht wie gehabt aus einem 20-Megapixel-Monochrom- und einem 12-Megapixel-Farbsensor. Die Kombination ermöglicht unter anderem einen zweifach optischen Zoom. Im Vergleich zum Vorgänger und zur Konkurrenz weisen beide Kameras eine deutlich lichtstärkere Optik auf. So verfügen die beiden Linsen nun über eine Offenblende von f/1.6. Leider besitzt aber nur der Farbsensor einen optischen Bildstabilisator. Für Selfies bietet das Mate 10 Pro eine 8-Megapixel-Kamera, anders als beim Huawei P10 wurde diese aber nicht zusammen mit Leica entwickelt.

Huawei Mate 10 Pro - Kamera-Samples

6 Bilder
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Die Kamera profitiert zudem wiederum von der NPU. So kann die Kamera-App etwa schneller eine Szenerie erfassen und die Einstellungen der Kamera an diese anpassen. Huawei verspricht vor allem Verbesserungen bei Nachtaufnahmen, Porträts und Selfies. So soll die NPU schneller und besser die Ebenen eines Bildes trennen können, sodass beim Bokeh-Effekt kein Fehler auftritt.

Tatsächlich überzeugen die Aufnahmen mit einem sehr hohen Detailgrad und feinsten Farbnuancen. Bei Tageslicht ist kaum ein Unterschied zur Konkurrenz von Samsung oder Apple erkennbar. Auch in Sachen Low-Light-Performance hat sich Huawei deutlich im Vergleich zum P10 gesteigert. Die Automatik trifft in solchen Situationen trotzt KI-Prozessor nicht immer die besten Entscheidungen, sodass teilweise ein deutliches Rauschen erkennbar ist. Auch "brennen" teilweise Details wie eine Neo-Reklame aus, was Huawei eigentlich verhindern wollte. In solchen Fällen könnt ihr aber natürlich auf den Pro-Modus oder bei der Nachbearbeitung auf die RAW-Aufnahmen zurückgreifen. Ihr könnt euch in der Mediengalerie einen eigenen Eindruck von der Bildqualität des Huawei Mate 10 Pro machen.

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei Mate 10 Pro ist in Deutschland ab Anfang November im Handel erhältlich. Huawei ruft für sein neues Top-Smartphone einen Preis von 799 Euro aus. Damit unterbietet Huawei die Preise der aktuellen Konkurrenten um mindestens 100 Euro. Günstiger wird es natürlich, wenn ihr das Mate 10 Pro mit Vertrag erwerbt. Unter anderem bieten O2 und Vodafone das neue Huawei-Smartphone an.

Huawei Mate 10 Pro: Fazit

Das Mate 10 Pro ist das beste Android-Smartphone 2017 8.8/10

Ein großes Display verpackt in einem handlichen Gehäuse, eine gute Kamera, einen leistungsfähigen Prozessor - das Mate 10 Pro bietet alles, was das Galaxy S8 ausmacht und noch mehr - etwa einen leicht erreichbaren Fingerabdruckscanner, Android 8.0 oder eine Dual-Kamera. Das hätten wir uns auch vom Galaxy S8 gewünscht. Das Mate 10 Pro krönt sich damit zurecht zum besten Android-Smartphone 2017.

Das hat uns gefallen

  • großes Display, dennoch kompakt
  • IP67
  • gute Dual-Kamera
  • Android 8.0

Das hat uns nicht gefallen

  • kein Anschluss für Klinkenstecker
  • kein microSD-Kartenslot
Testnote 8,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
9,0 / 10
Design und Verarbeitung
8,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
9,0 / 10
Sprachqualität
9,0 / 10
Akkulaufzeit
9,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise für zwei Wochen von Huawei zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
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Huawei Mate 10 Pro verglichen

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Bestenlisten

Huawei Mate 10 Pro wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Huawei Mate 10 Pro - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Huawei Mate 10 Pro im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Huawei Mate 10 Pro mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor HiSilicon Kirin 970
Display AMOLED Color (16M) 1080x2160px (6.0") 402ppi
RAM 6 GB
Gerätespeicher 128 GB
Akku 4.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 21 Megapixel
Alle Details anzeigen

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  1. Gastkommentar · 

    Bei den Details ist manches falsch. Zum Beispiel hat das Huawei Mate 10 Pro Dual-Sim, kann ich bezeugen, ich hab's nämlich... Zudem hat es kein Kopfhöreranschluss, es wir nur ein Adapter mitgeliefert.

    1. Jan Niels Kluczniok · 

      Hast du den Artikel gelesen? Im Absatz "Design und Verarbeitung" schreiben wir: "Das neue Design bringt jedoch auch Einschnitte mit sich. Huawei verzichtet beim Mate 10 Pro auf einen microSD-Kartenslot und einen Anschluss für Klinkenstecker. Beide Bauteile nehmen sehr viel Platz im Gehäuse ein, diesen wollte man lieber für den Akku verwenden, begründete Huawei die Entscheidung im Gespräch mit netzwelt. Fairerweise legt der chinesische Hersteller dem Mate 10 Pro aber sowohl ein USB C-Headset als auch einen entsprechenden Adapter für Kopfhörer mit Klinkenstecker bei." Das Gerät ist zudem in unserer Bestenliste Dual-SIM-Smartphone einsortiert. Einen Hinweis im Text auf den zweiten SIM-Slot fehlt da hast du Recht, dass hole ich noch nach.

  2. Gastkommentar · 

    Ich liebe Huawei. Zu eurem Artikel muss ich jedoch sagen, dass nicht das Mate 7, sondern das Ascend Mate der Urvater war und dass ich genau diese beiden Smartphones besessen habe, aber NIE Netzprobleme hatte! Und ich wohne SEHR ländlich genauer gesagt in NRW, Niederrhein, Kreis Kleve 😂

    1. Jan Niels Kluczniok · 

      Danke für dein Feedback. Du hast natürlich Recht vor dem Mate 7 gab es noch das Ascend Mate und das Ascend Mate 2, das hierzulande nicht erschienen ist. Allerdings hat das Mate 7 die Serie aus meiner Sicht in Sachen Ausrichtung und Design deutlich nachhaltiger geprägt als die vorherigen Geräte. Daher hab ich die Formulierung Urvater gewählt, da sich Vor-Vor-Vorgänger bisschen doof anhört ;-) Ich kann mich erinnern, dass es im Netz vor allem beim Mate 8 Diskussionen über schwache WLAN-Verbindungen gab. Allerdings ist dies natürlich von vielen Faktoren abhängig. So bot das Mate 8 z.B. nur 2,4 Ghz-Unterstützung in Sachen WLAN.

  3. Gastkommentar · 

    Sehr schön zu sehen, dass noch ein weiterer Hersteller den Großen Paroli bieten kann. Einzig die Farbwahl ist doch sehr gewöhnungbedürftig. Nach zwei Jahren Samsung werde ich mir ab nächstem Jahr auch mal wieder ein Huawei zulegen. Mein letztes Huawei Gerät war ein P9, welches in Sachen Preis/Leistung ebenfalls sehr gut war. China kann nicht nur billig.

    1. Alex · 

      Das Mate 10 Pro kostet 800 €. Das Galaxy S8 bei Saturn z.B. ca. 500 €;inkl.Ladestation für induktives Schnellladen. Meiner Meinung nach ist das Design und die Verarbeitungsqualität von Samsung um einiges besser als die von Huawei. Die "Samsung Apps " sind der Hammer ! Dann die Kleinigkeiten wie die original Live Wallpaper, das Clear View Cover... Für mich ist wenn man Preis/Leistung nimmt, das S8 immer noch die 1te Wahl !😁

    2. Gastkommentar · 

      Da vergleichen Sie aber Äpfel mit Birnen. Das Gegenstück bei Samsung ist ja wohl eher das Note 8.

    3. Alex · 

      Der Artikel heisst so ungefähr " Das Mate 10 Pro....Das bessere S8"! Stimmt schon, das Gegenstück wäre das Note8. Mit dem wurde es aber wahrscheinlich nicht verglichen, da das Mate10 nicht einmal durch die "Huawei-Jünger Brille" hier irgendwie als Sieger vom Platz gehen könnte. Soll heissen, der Verfasser des Artikels ist wohl kein Samsung Fan.

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    Doch einem Bericht des Wall Street Journals zufolge hat AT&T den Deal kurz vor der Pressekonferenz platzen lassen. Es ist unklar, warum dies geschehen ist. Diverse US-Medien deuten jedoch an, dass die Entscheidung aufgrund politischen Drucks fiel.

    Es wäre nicht das erste Mal, dass die US-Politik Huawei das Geschäft vermasselt. 2012 zählte der chinesische Hersteller neben Samsung, HTC und Nokia zu den vier Launch-Partnern von Microsoft für Windows Phone 8. Doch Washington erhob Spionage-Vorwürfe gegen den chinesischen Mobilfunkkonzern und Microsoft lud Huawei aus. Während alle Unternehmen ihre Smartphones auf dem Event vorstellen durften, war das Huawei Acend W1 hier nicht zu sehen.

    Anders als noch 2012 will Huawei dies aber nicht klaglos hinnehmen. Wie das US-Technikblog The Verge berichtet, nahm Huawei-Chef Richard Yu am Ende der CES-Pressekonferenz Stellung zu den Vorwürfen. Yu betonte, dass sein Unternehmen in den vergangenen Jahren das Vertrauen von Nutzern gewonnen habe, nicht nur in China, sondern auch in Europa oder Japan. Die Entwicklung in den USA bedeute einen großen Verlust für Huawei, aber vor allem für die Nutzer. Sie hätten jetzt nur noch begrenzte Wahlmöglichkeiten und die beste Option würde ihnen vorenthalten.

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