Mit Stick oder ohne: 11 Tipps für das perfekte Selfie

Vanity-Shots mit dem Smartphone

von Christian Rentrop
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Selfies gehören zum Pflichtprogramm im Netz für alle, die ein aufregendes Leben führen und ihren Facebook- und Instagram-Freunden zeigen wollen, was gerade los ist. Allerdings ist Selfie nicht gleich Selfie: Ihr solltet schon darauf achten, dass euer Selbstporträt gut aussieht. Mit unseren 11 Tipps gelingt euch das perfekte Selfie - ganz egal ob ihr dafür einen Selfie-Stick nutzt oder nicht.

Nähe und der Blick in die Kamera machen ein gutes Selbstporträt aus.
Nähe und der Blick in die Kamera machen ein gutes Selbstporträt aus. (Quelle: Vadymvdrobot/depositphotos.com)

Inhaltsverzeichnis

  1. Front- oder Rückenkamera?
  2. Mit den Tasten auslösen
  3. Blitz vermeiden
  4. Auf das richtige Licht achten
  5. Direktes Licht vermeiden
  6. Richtig posen
  7. Für interessante Inhalte sorgen
  8. Für Nähe sorgen
  9. Technisches Hilfsmittel Selbst- und Fernauslöser
  10. Und was ist mit dem Selfie-Stick?
  11. Filtern oder nicht?

Das Selfie ist längst fester Bestandteil der sozialen Netze: Von Stars und Sternchen bis Hinz und Kunz hat wohl jeder, der der Bedienung eines Smartphones mächtig ist, bereits das ein oder andere Selfie angefertigt und irgendwo im Netz gepostet: Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter sind klassische Plattformen für die kleine, alltägliche Eitelkeit. Doch was tun, wenn die eigenen Selfies einfach, nunja: schrottig aussehen? Oder es partout keine Likes hageln will? Nun: In solchen Fällen solltet ihr eure Selfie-Technik optimieren. Wir zeigen euch, wie es geht.

Front- oder Rückenkamera?

Zunächst solltet ihr überlegen, ob ihr die Front- oder Rückenkamera des Smartphones benutzen wollt. Frontkameras sind selbst bei aktuellen Modellen mehr als mies, was Bildrauschen, Verwackler und Unschärfen provoziert. Klar: Ihr könnt euch selbst beim Selfie-Machen sehen und moderne Smartphones wie das iPhone 7 oder das Samsung Galaxy S8 sind mit vergleichsweise leistungsstarken Kameras natürlich "selfieoptimiert". Dennoch macht die Rücken-Kamera einfach die besseren Fotos. Nimm die, wenn ihr könnt.

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Mit den Tasten auslösen

Wenn ihr die Rücken-Kamera benutzt, gibt es natürlich ein weiteres Problem: Wie könnt ihr das Smartphone auslösen, wenn ihr den Auslöser-Knopf auf dem Bildschirm nicht seht? Nun: Die meisten Android-Smartphones und alle iPhones der letzten Jahre können auch per Druck auf die Lautstärke-Taste auslösen. Das geht schnell und einfach - und verhindert Gefummel am Gerät.

Blitz vermeiden

Bevor ihr euer Selfie schießt, solltet ihr allerdings den eingebauten Blitz deaktivieren. Der ist bei allen Smartphones der Welt - wie übrigens auch bei allen "normalen“ Kameras - nichts, womit man arbeiten sollte: Das Licht ist zu grell und zu direkt, die Reichweite bescheiden. Gerade Smartphone-Blitze haben noch den Nachteil, dass ihre Lichttemperatur eher kalt ist, was blasse Haut noch blasser erscheinen lässt. Zudem werden Hautunreinheiten und ähnliche Kleinigkeiten deutlich hervorgehoben. Also: Finger weg vom Smartphone-Blitz, er ist böse!

Auf das richtige Licht achten

Was ihr stattdessen machen solltet, ist die Lichtstimmung nutzen. Gerade bei Außenaufnahmen spielt das Umgebungslicht eine erhebliche Rolle bei der Stimmung des Bildes. Was das konkret bedeutet? Nun: Jeder kennt die sanften Rot- und Orangetöne des Sonnenuntergangs und das blasse Blau des frühen Morgens. Auch das ganz spezielle Licht eines Sommertages oder am Strand setzt die Bildstimmung.

Bei Innenaufnahmen sind es die Beleuchtung oder Lichteffekte. Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten, gerade wenn direktes Sonnenlicht im Spiel ist: Wenn ihr die Sonne im Rücken habt, regelt die Smartphone-Automatik die Helligkeit des ganzen Bildes herunter - euer Gesicht erscheint sehr dunkel.

Licht, Stimmung, Hintergrund und Blickrichtung stimmen: Dieses Selfie ist erstaunlich gut gelungen
Licht, Stimmung, Hintergrund und Blickrichtung stimmen: Dieses Selfie ist erstaunlich gut gelungen (Quelle: ilovemayorova/depositphotos.com)

Wenn sich der Sonnenuntergang im Rücken partout nicht vermeiden lässt, habt ihr hier die wohl einzige sinnvolle Anwendung des Smartphone-Blitzes: Mit ihm könnt ihr euer Gesicht im Vordergrund so aufhellen, dass die Abschattung kein Problem mehr ist.

Direktes Licht vermeiden

Generell solltet ihr aber direktes Sonnenlicht vermeiden: Kommt es von hinten, schattet die Kamera den Vordergrund ab, kommt es von vorne, kann es sein, dass ihr mit den Augen kniepst und das Selfie danach dementprechend bescheiden aussieht. Von daher kann es sinnvoll sein, einen Diffusor zu verwenden.

Geht nicht in den Schatten, sondern sucht euch einen Unterstand ohne direktes Sonnenlicht: Das kann unter einem Baum oder einer Palme sein oder, wenn ihr zum Beispiel auf einem Festival unterwegs sein, einer dieser weißen Zelt-Pavillons. Richtig in den Schatten stellen solltet ihr euch allerdings nicht: Auch hier kommt es durch die Smartphone-Software zu unschönen Über- und Unterbelichtungen durch die Helligkeitsdifferenz zwischen eurem Gesicht und dem Hintergrund.

Kleiner Tipp: Wenn ihr dafür sorgt, dass die Sonne hinter eurem Kopf verschwindet, habt ihr wunderbar belichtete - und beleuchtete - Selfies ohne hässliche Schatten.

Richtig posen

Wenn die Frage nach der Technik und dem Licht geklärt sind, könnt ihr euch an das Selfie-Schießen machen. Ihr müsst jetzt ganz hart sein, liebe Duck-Face- oder Fish-Gape Protagonisten. Die Zucker-Schnute, am besten mit über dem Kopf gehaltener Smartphone-Kamera, sieht nicht "süß" aus, sondern ist ganz und gar Selfie-Klischee.

Duckface? Nein danke!
Duckface? Nein danke! (Quelle: soleg/depositphotos.com)

Wenn ihr das macht, seid ihr nur einer von Millionen, die das machen. Ähnliches gilt übrigens für Sonnenbrillen: Setz’ sofort die verdammten Dinger ab, das ist nicht cool, sondern einfach lächerlich stereotyp. Zumal es voll und ganz den Regeln fotografischer Ästhetik widerspricht. Ein Selbstporträt, das weiß der Künstler, wird auf Augenhöhe fotografiert. Nicht drüber, nicht drunter.

Denn das verzerrt schlicht das Gesicht - und das zumeist unvorteilhaft: Wer von unten selfiegrafiert, bekommt ein böses Doppelkinn. Und das Manga-Gesicht, das mit hochgehaltener Kamera erzeugt werden soll, wirkt unnötig gekünstelt. Besser, ihr haltet die Smartphone-Kamera auf Augenhöhe - und sorgt beim Foto selbst für Stimmung und Emotion.

Für interessante Inhalte sorgen

Viele Smartphone-Fotografen glauben ja, dass der Erfolg eines Selfies davon abhängt, wie gut die abgebildete Person aussieht. Wenn ihr deshalb viel Zeit mit Cremes, Clearasil und eurem Föhn verbringt: Bitteschön. Aber das ist nur die halbe Miete, denn ein Selfie wird erst dann wirklich spannend, wenn es euch in einer Situation oder mit einem Gegenstand zeigt, der interessant ist.

Ihr seid auf einer Comic-Convention? Nehmt coole Motive mit auf das Selfie! Ihr guckt euch am Nürburgring an, wie Familienväter ihre Pampersbomber schrotten? Auch das ist ein wunderbarer Hintergrund. Wenn, und das ist wichtig, ihr auf die Perspektive achtet.

Am besten sind Selfies, wenn sie in spektakulären Situationen aufgenommen werden.
Am besten sind Selfies, wenn sie in spektakulären Situationen aufgenommen werden. (Quelle: EpicStockMedia/depositphotos.com)

Für Nähe sorgen

Denn für Selfies gilt, wie übrigens für die meisten anderen fotografischen Stilrichtungen, dass Nähe im Zweifel besser ist als Distanz. Der Betrachter bekommt auf diese Weise das Gefühl, "dabei" zu sein und nicht aus großer Entfernung jemanden zu beobachten wie ein Voyeur. Deshalb ist es sinnvoll, das Selfie so zu schießen, dass ihr auch gut zu sehen seid.

Spiegel-Selfies helfen übrigens dabei, den ganzen Körper abzulichten oder eine perfekte Pose zu finden, obwohl ihr mit der Rückenkamera fotografiert. Wichtig dabei: Schaut in die Kameralinse eures Spiegelbildes, nicht die, die ihr in der Hand haltet. Auf diese Weise schaut ihr den Betrachter an - und habt gleich ein paar Bonuspunkte bei euren Freunden, Fans und Followern.

Technisches Hilfsmittel Selbst- und Fernauslöser

Übrigens könnt ihr natürlich auch "Fern-Selfies" machen. Alles, was ihr dazu braucht, ist entweder das Headset eures Smartphones, sofern es einen Lautstärke-Regler hat - oder einen Bluetooth-Auslöser, der zum Beispiel bei Selfie-Sticks beiliegt. Beides zusammen ist übrigens ein Bluetooth-Headset mit Lautstärkeregler: Wie am Smartphone direkt könnt ihr nämlich die Kamera auch per Bluetooth auslösen.

Drückt dazu einfach auf einen der Lautstärke-Knöpfe. Der Vorteil dieser Lösung: Ihr könnt die Rücken-Kamera nehmen und euch in einer Pose fotografieren, die ein "normales" Selfie mit ausgestrecktem Arm nicht zulässt, etwa beim Yoga. Natürlich müsst ihr das Headset dann so halten, dass man es auf dem Foto nicht sieht.

Eine weitere Möglichkeit ist der Fernauslöser, der allerdings bei den meisten Apps auf zehn Sekunden beschränkt ist: Stellt das Smartphone hin, wählt den Fernauslöser und bring euch schnell in eine coole Pose, zum Beispiel einen Handstand. Der Selbstauslöser löst aus und ihr habt ein einzigartiges Bild, dass ihr mit der Hand am Smartphone oder einem Selfie-Stick niemals hinbekommen hättet.

Tipp: Die meisten Selfie-Sticks sind auch kleine Stative, ihr könnt sie zum Beispiel in den Sand stecken oder die Halterung auf ein echtes Kamera-Stativ schrauben.

Und was ist mit dem Selfie-Stick?

Schlimm: Selfie-Stick und Sonnenbrille
Schlimm: Selfie-Stick und Sonnenbrille (Quelle: masha_tace/depositphotos.com)

Apropos Selfie-Stick: Die "Vollpfosten-Antenne" wäre beinahe Jugendwort des Jahres 2016 geworden. Mehr muss man dazu auch nicht sagen, oder? Grundsätzlich gilt: Der Selfie-Stick kann eine Hilfe sein, um durch den größeren Abstand mehr Hintergrund ins Bild zu bekommen, etwa wenn ihr im Urlaub vor einer spektakulären Kulisse steht und unbedingt ein Selfie braucht. Außerdem kann er, wie bereits beschrieben, als Notfallstativ dienlich sein. Wenn ihr also einen habt, pack’ ihn ruhig ein, aber benutzt ihn nur, wenn ihr ihn wirklich braucht.

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Filtern oder nicht?

Zuguterletzt noch ein Wort zu den zahlreichen Filtern, die Social-Network-Apps wie Facebook oder Instagram an Bord haben: Grundsätzlich verschlechtern die erst einmal die Bildqualität, können aber Problemzonen im Gesicht kaschieren oder der Situation noch einen kleinen Bonus in Sachen Dramatik bescheren und ein unspektakuläres Selfie "hübsch" machen.

Gleichzeitig sollte der Filter aber auch zur Situation und Stimmung passen. Seid experimentierfreudig: Schwarzweiß-Filter kommen gut zur Geltung, wenn etwas gruselig, dunkel, traurig oder künstlerisch wirken soll, Farbfilter heben hingegen bestimmte Farbtöne hervor, wodurch das Bild einen ganz anderen Eindruck erhält.

Ob ihr filtert - und welche Filter ihr dabei einsetzt - bleibt natürlich euch überlassen, für schöne Selfies empfiehlt sich aber auf jeden Fall, die ungefilterte Version abzuspeichern, um sie später gegebenenfalls am PC noch einmal ordentlich zu bearbeiten.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Fototipps, Smartphone und Fotografieren mit dem Smartphone versehen.

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