iPhone 6 im Test: 4,7-Zoll - die neue Kompaktklasse

Erfolgskonzept unverändert

Das Apple iPhone 6 ist das kleinere der neuen Generation.

Mit dem iPhone 6 ändert Apple zwar nicht alles, aber vieles. Der Bildschirm wächst erneut, und zwar auf die Dimensionen der Konkurrenzmodelle. Zudem integriert der Hersteller einen NFC-Chip und gewährt Entwicklern mit iOS 8 tiefere Eingriffe ins System. Der Test zeigt jedoch, am Erfolgskonzept des iPhones hat Apple wenig geändert.

Größerer Bildschirm, schnellerer Prozessor, bessere Kamera - diese drei Neuerungen bot bislang jeder Nachfolger eines erfolgreichen Smartphones. Also fast jeder. Bis auf das iPhone eben. Das war immer klein und kompakt. Daran konnte auch die minimale Steigerung der Bilddiagonale von 3,5 auf 4 Zoll beim iPhone 5 im Jahr 2012 nichts ändern.

Doch damit ist es nun vorbei. Sei es aus Mangel an Ideen oder den Forderungen einflussreicher Investoren geschuldet, 2014 ist nun auch das iPhone gewachsen. Mit einer Bilddiagonale von 4,7 Zoll wirkt das iPhone 6 im Vergleich zum noch größeren Plus-Modell zwar winzig, gegenüber dem iPhone 5s ist es aber ein enormer Sprung (s. Mediengalerie).

iPhone 6, 6 Plus und iPhone 5s im Größenvergleich

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Wer den kompakten Formfaktor der Vorgänger mochte, wird sich dennoch eher mit dem iPhone 6 als dem Phablet-Modell iPhone 6 Plus anfreunden können. Denn Apple hat viel investiert, um die von Steve Jobs propagierte Einhand-Bedienung auch beim neuen Formfaktor zu gewährleisten.

Mit 6,9 Millimetern und einem Gewicht von 129 Gramm ist das iPhone 6 dünn und leicht. Es verschwindet in der Hosentasche und macht sich dort allenfalls bemerkbar, wenn ein Anruf den Vibrationsalarm auslöst. Anders als beim Plus-Modell hat Apple zudem die Hardkeys am Gehäuse richtig platziert. Einschalter und Lautstärkeregler sind mit Daumen und Zeigefinger ohne Verrenkungen oder Umgreifen ebenso zu erreichen wie 75 Prozent der Bildschirmfläche.

Liegt ein Icon einmal außerhalb des erreichbaren Bereichs, genügt ein doppelter Fingerstreif über den Home-Button, und Apple stellt den Bildschirminhalt kurzzeitig im gewohnten 4-Zoll-Format dar. Ohnehin werdet ihr beim iPhone jedoch selten in die Verlegenheit kommen, mit den Fingern bis an die letzte Ecke des Screens zu wandern. So wird etwa das Kontrollzentrum durch einen Fingerwisch vom unteren und nicht wie bei Android vom oberen Bildschirmrand aufgerufen.

Der Bildschirm selbst bietet zwar nur eine HD-Auflösung. Nutzer dürften jedoch nur schwerlich einen Unterschied zu Full HD-Bildschirmen der Konkurrenz bemerken. Hell, scharf, satte Farben alles was ihr vom Retina-Display der Vorgänger gewohnt seid, bietet auch der größere Bildschirm. Leider reflektiert er aber stark.

So viel zum Bildschirm. Wie steht es um die übrige Ausstattung des iPhone 6? Auch hier gibt es Neuigkeiten. Apple verbaut nun einen NFC-Chip. Er ist in Deutschland aber vorerst nutzlos. Denn Entwickler haben keinen Zugriff auf die Technik. Der Chip ist nur zur Abwicklung von Bezahlvorgängen über Apple Pay vorgesehen. Der Bezahldienst startet im Oktober - vorerst aber nur in den USA.

Apple wird offener

Ein größerer Bildschirm und NFC sind nicht die einzigen Kehrtwenden in Apples iPhone-Philosophie. Das neue Betriebssystem iOS 8 liefert zwar eher wenige Neuerungen für Nutzer. Es ist jedoch deutlich offener als vorherige Apple-Betriebssysteme. So haben Entwickler unter anderem nun auch Zugriff auf:

Das ermöglicht neue Arten von Apps, bringt die Nutzer jedoch auch in das Dilemma, ein Stück weit selbst auf ihre Daten aufzupassen. Stichwort: alternative Tastaturen und Vollzugriff.

Den Fingerabdruckscanner Touch ID hat Apple zwar für Entwickler geöffnet. An der wesentlichen Funktionsweise geändert hat sich aber nichts. Noch immer bietet der Scanner zwar einen guten Schutz im Alltag, zum Fort Knox wird aber auch ein mit Touch ID geschütztes iPhone 6 nicht. Zudem erkennt Touch ID feuchte oder leicht verschmutzte Finger auch beim neuen Apple-Smartphone nicht.

Dinge, die sich bei Apple offenbar nie ändern

Auch wenn die siebte iPhone-Generation in vielerlei Hinsicht einen Tabubruch darstellt, alle alten Zöpfe hat Apple nicht abgeschnitten:

Zur Unternehmensphilosophie gehört auch weiterhin, dass der Speicher nicht erweiterbar ist. Ihr müsst also vor dem Kauf abschätzen, wie viel Gerätespeicher ihr benötigt. Erhältlich ist das iPhone 6 mit 16, 64 und 128 Gigabyte. Ein 32-Gigabyte-Modell gibt es nicht mehr. Nachfolgend findet ihr einen Überblick darüber, wie viel Speicherplatz euch bei den jeweiligen Varianten ab Werk zur Verfügung stehen.

Variante verfügbarer Speicherplatz
16 Gigabyte 11,8 Gigabyte
64 Gigabyte 51,4 Gigabyte
128 Gigabyte 114,4 Gigabyte

Der Kauf der 16-Gigabyte-Variante ist nicht zu empfehlen. Der Speicher ist hier schnell gefüllt. Vier bis fünf Spiele vom Kaliber FIFA 15, etwas Musik und Fotos und schon ist das iPhone 6 voll. Der Aufpreis von einer Speichervariante auf die nächste fällt wie gewohnt happig aus. 100 Euro mehr verlangt Apple für den Sprung zur nächsthöheren Speicherkapazität. Dafür erhaltet ihr 48 beziehungsweise 64 Gigabyte mehr Gerätespeicher. Zum Vergleich: Für den gleichen Preis erhaltet ihr eine microSD-Karte mit 128-Gigabyte-Speicherplatz.

Der Akku des iPhone 6 ist wie bei allen bisherigen Modellen fest verbaut und lässt sich nicht wechseln. Anders könnte Apple die geringe Bautiefe von 6,9 Millimetern auch nicht erreichen. Angaben zur Kapazität der verbauten Batterie macht Cupertino traditionell nicht.

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Der Reparaturdienst iFixit hat das Smartphone zerlegt und den Wert direkt von der Batterie abgelesen. Mickrige 1.810 Milliamperestunden bietet das iPhone 6. In der Regel muss das Apple-Smartphone daher spätestens nach anderthalb Tagen wieder an die Steckdose. Hier muss es etwas über zwei Stunden verweilen, ehe es wieder geladen ist. Ein durchschnittlicher Wert. Drahtlos aufladen lässt sich das iPhone 6 ohne Drittanbieter-Zubehör nicht.

Einen Quad- oder gar einen Octa-Core-Prozessor findet ihr im iPhone 6 nicht. Statt "the latest and greatest in Hardware" wie der US-Amerikaner sagen würde, bietet das iPhone 6 gut auf die Software abgestimmte Hardware. Die Daten des neuen Apple A8-Chips reißen Techies vielleicht nicht vom Hocker, die Leistungsfähigkeit des Chipsatzes ist dennoch beeindruckend.

Einen ausführlichen Benchmark-Vergleich zwischen dem iPhone 6, dem iPhone 5s sowie dem HTC One (M8) und dem Samsung Galaxy S5 findet ihr hier.

iPhone 6 im Unboxing

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Ebenso wenig dreht Apple an der Megapixel-Zahl der Kamera. Warum auch - das Apple-Smartphone gehört seit Jahren zu den besten Foto-Handys. Optimiert hat Apple in der siebten Generation den Autofokus. Wie sich die neue Focus Pixel-Technik im Alltag schlägt, erfahrt ihr hier.

Die Sprachqualität ist wie von früheren iPhone-Modellen gewohnt gut. Stimmen klingen aber nicht ganz natürlich, sondern gedämpft.

Des Weiteren weist das iPhone 6 aber auch ein paar kleineren Macken, die netzwelt bereits bei den Vorgängernmodellen ärgerten, auf:

  • Um das iPhone erstmals in Betrieb zu nehmen, ist weiterhin die Aktivierung mit einer SIM-Karte nötig. Warum, wird Cupertinos Geheimnis bleiben, denn einmal aktiviert, lässt sich das iPhone auf Wunsch auch ohne SIM anstandslos nutzen. Klar, ein Mobiltelefon nutzt man in den seltensten Fällen ohne SIM, allerdings verhindert die Sperre, dass Nutzer ihr neues iPhone bereits einrichten, während sie zum Beispiel noch auf ihre Nano-SIM warten.
  • Eine Benachrichtigungs-LED fehlt dem Apple-Smartphone ebenfalls immer noch. Schade. Sie ließ sich doch gut in den Ring um den Home-Button integrieren. LG macht es bei seiner L-Serie vor.
  • Das Metallgehäuse des Smartphones sieht zwar edel aus. Es entpuppt sich jedoch bereits nach kurzer Nutzung als rutschig und anfällig für Kratzer. Probleme, die Nutzer eines iPhone 5 oder 5s bereits kennen.

Fazit

Fazit zum Apple iPhone 6

Apple iPhone 6: Fazit

Größer aber immer noch handlich 7.6/10

Trotz der größeren Bilddiagonale haben Bedienbarkeit und Handlichkeit beim iPhone 6 nicht gelitten. Wie die Vorgänger erfüllt es zudem höchste Ansprüche, egal ob es um Kamera, Prozessor oder Sprachqualität geht. Lediglich an der Akkulaufzeit sollte Apple endlich einmal arbeiten.

Das hat uns gefallen

  • dünn und leicht
  • sehr gute Sprachqualität
  • sehr gute Kamera
  • leistungsstarker Prozessor
  • handliches Format
  • scharfes Display

Das hat uns nicht gefallen

  • mäßige Akkulaufzeit
  • nicht erweiterbarer Speicher
  • Nano-SIM
Testnote 7,6 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung
9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
8,0 / 10
Sprachqualität
5,0 / 10
Akkulaufzeit
8,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise von Apple für ein Jahr zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

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8
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Apple iPhone 6 verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das Apple iPhone 6 kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das Apple iPhone 6 seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

Apple iPhone 6 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Smartphone
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Apple iPhone 6 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Apple iPhone 6 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Apple iPhone 6 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Apple A8
Display RETINA Color (16M) 750x1334px (4.7") 326ppi
RAM 1 GB
Gerätespeicher 64 GB
Hauptkamera 8 Megapixel
Alle Details anzeigen
Apple iPhone 6 Benchmarks

In der nachstehenden Tabelle findet ihr die Futuremark-Benchmarks, die wir zum Apple iPhone 6 in unserem System erfasst haben. Der Gesamtwert steht in der rechten Spalte, Details zu den einzelnen Tests bekommt ihr, wenn ihr die Maus über das Infozeichen bewegt.

Futuremark-Benchmark Ergebnis
Ice Storm MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
28 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
60 FPS
Grafik Test II:
57 FPS
Ice Storm Extreme MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm Extreme

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
28 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
60 FPS
Grafik Test II:
47 FPS
Ice Storm Unlimited 17279

Futuremark Ice Storm Unlimited

Physik (Gesamt):
9291
Physik Test I:
30 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
22858
Grafik Test I:
122 FPS
Grafik Test II:
84 FPS
Sling Shot using ES 3.0 1440

Futuremark Sling Shot using ES 3.0

Physik (Gesamt):
886
Physik Test I:
25 FPS
Physik Test II:
8 FPS
Physik Test III:
4 FPS
Grafik (Gesamt):
1756
Grafik Test I:
9 FPS
Grafik Test II:
6 FPS
Sling Shot using ES 3.0 Unlimited 1484

Futuremark Sling Shot using ES 3.0 Unlimited

Physik (Gesamt):
852
Physik Test I:
24 FPS
Physik Test II:
8 FPS
Physik Test III:
4 FPS
Grafik (Gesamt):
1885
Grafik Test I:
11 FPS
Grafik Test II:
6 FPS
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 5176
Prozessor (CPU Mark) 69,757
Speicher (Mem Mark) 5,638,591
Festplatte (Disk Mark) 17,135
2D (2D Mark) 2,490
2D (3D Mark) 1,760

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Apple iPhone, Mobile Computing, Apple, Smartphone, Apple iOS, Apple iPhone 6 und Apple iOS 8.

Das Apple iPhone 6 wurde ursprünglich mit Apple iOS 8.0 "Apple iOS Okemo" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Apple iPhone 6 die Version 11.4 "Apple iOS 11" verfügbar.

Apple iPhone 6 im Zeitverlauf
1 von 95
  • iPhone 6: Smartphone stürzt vom 40. Stock und funktioniert noch

    29.04.2015 Der Fotograf Catalin Marin wollte im 40. Stock eines Wolkenkratzers ein Foto mit seinem iPhone 6 schießen. Es fiel ihm jedoch aus der Hand und stürzte hinunter. Das Video oben zeigt den unfreiwilligen Falltest.

    Nach dem Vorfall hat Marin auf seinem Instagram-Konto (momentaryawe) den Vorfall geschildert und Fotos des Smartphones veröffentlicht. Es ist nur leicht beschädigt und funktioniert offenbar immer noch.

    Bei all dem Medienhype um Bendgate im Jahr 2014 zeigt dieses Beispiel, dass ein iPhone 6 wohl auch mal etwas aushält. Für einen Notfall bescheinigt iFixit dem iPhone 6 Plus immerhin eine einfache Reparatur.

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